Jahrelang faszinierte die berühmte thailändische Wahrsagerin Navaracha Pinitlokakorn, besser bekannt als Mor Plai, mit Vorhersagen, die viele als verblüffend treffsicher beschrieben. Doch als es darum ging, Turbulenzen im eigenen Leben vorauszusehen, ließ ihr vielgepriesener „sechster Sinn“ sie offenbar im Stich.
Am 5. August reichten zwei prominente Anwälte Klage gegen Mor Plai ein. Der Vorwurf: Ihre jüngste Prophezeiung habe unnötige Panik ausgelöst.
Anfang des Monats hatte sie angeblich vorhergesagt, dass es an der thailändisch-kambodschanischen Grenze erneut zu Kämpfen kommen werde. Sie warnte Anwohner in Grenznähe, nicht in ihre Heimat zurückzukehren. Ihre Warnung kam jedoch mehr als eine Woche nach den tatsächlichen Scharmützeln vom 24. Juli, bei denen es Tote auf beiden Seiten gegeben hatte und die mit einem Waffenstillstand endeten.
„Diese Prognose hat Angst geschürt. Angesichts der möglichen Auswirkungen sollte sie rechtlich zur Verantwortung gezogen werden“, erklärte Ronnarong Kaewpetch, Leiter der Foundation Campaigning for Social Justice. Gemeinsam mit seinem Kollegen Kerdphol Kaewkerd sieht er den Fall als „sanfte Warnung“, öffentliche Vorhersagen zu unterlassen, die Menschenleben gefährden könnten.
Die Anwälte werfen Mor Plai vor, falsche Informationen verbreitet und Panik ausgelöst zu haben – eine Straftat, die mit bis zu einem Monat Haft und/oder einer Geldstrafe von maximal 10.000 Baht geahndet werden kann. Zusätzlich könnte ihr sogar die schwerwiegendere Anklage der Gefährdung der nationalen Sicherheit drohen. Seit der Einreichung der Beschwerde soll Mor Plai wegen stressbedingter Beschwerden im Krankenhaus liegen.
STIN // AI