In Singapur ist erstmals seit fast 30 Jahren ein zum Tode verurteilter Mann begnadigt worden. Präsident Tharman Shanmugaratnam wandelte die Strafe eines wegen Drogenhandels Verurteilten in lebenslange Haft um, wie örtliche Medien berichten.

Die Entscheidung erfolgte auf Empfehlung der Regierung. Hintergrund ist, dass ein Komplize des Mannes in einem separaten Verfahren lediglich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Um eine Ungleichbehandlung zu vermeiden, sprach sich die Regierung für Gnade aus – obwohl das Todesurteil nach offizieller Darstellung „juristisch einwandfrei“ war.

Der 33-Jährige war 2023 wegen Besitzes von 337 Gramm Methamphetamin schuldig gesprochen worden. Die Behörden sahen darin eindeutige Handelsabsichten. Seine Berufung gegen das Todesurteil blieb erfolglos.

Singapur zählt zu den Ländern mit den weltweit schärfsten Drogengesetzen. Bereits ab festgelegten Mengen gilt der Besitz automatisch als Drogenhandel. Regelmäßig werden Todesurteile vollstreckt – ein Vorgehen, das von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen seit Jahren kritisiert wird.

 

STIN // AI

Von stin

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