Um internationale Aufmerksamkeit auf den schwelenden Grenzkonflikt zu lenken, haben thailändische Behörden Botschafter aus 33 Staaten sowie Vertreter der ASEAN und des Ottawa-Übereinkommens in die Provinz Sisaket geführt. Vor Ort präsentierten sie Beweise für neu verlegte Landminen und erhoben schwere Vorwürfe gegen Kambodscha: Das Nachbarland habe den internationalen Vertrag zum Verbot von Antipersonenminen verletzt.

Außenminister Maris Sangiampongsa erklärte, es handele sich nicht um alte Sprengsätze, sondern um frisch verlegte Minen, die bereits fünf thailändische Soldaten verletzt hätten. „Kambodscha hat vorsätzlich gegen die Ottawa-Konvention verstoßen“, sagte er. Der Vorfall sei ein „schwerer Bruch des Völkerrechts“ und eine Verletzung der Souveränität Thailands.

Während der Delegationsreise schilderten auch betroffene Dorfbewohner ihre Erfahrungen: Einige hatten durch Minenexplosionen Gliedmaßen verloren und berichteten von den psychischen Belastungen, die sie seit Jahrzehnten begleiten.

Die Diplomaten erhielten zudem ein Video zu sehen, das die Folgen der Kämpfe dokumentierte, die am 24. Juli ausgebrochen waren. Gezeigt wurden unter anderem die Zerstörung einer Tankstelle durch eine Rakete, bei der acht Zivilisten starben, sowie die Folgen für Hunderttausende Vertriebene.

Maris rief die internationale Gemeinschaft auf, Kambodscha zur Kooperation bei der Minenräumung zu drängen. Zwar habe China im Rahmen eines trilateralen Treffens Unterstützung angeboten, doch Phnom Penh zeige bislang keine Bereitschaft. Sollte Kambodscha sich weiter verweigern, werde Thailand die Räumung notfalls im Alleingang durchführen, kündigte der Außenminister an.

 

STIN // AI

Von stin

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