Der frühere Hongkonger Abgeordnete und Demokratie-Aktivist Ted Hui darf dauerhaft in Australien bleiben. Vier Jahre nach seiner Flucht aus der chinesischen Sonderverwaltungszone ist sein Asylantrag nun bewilligt worden – auch für seine Frau, seine Kinder und seine Eltern.

„Ich danke der australischen Regierung – der aktuellen wie auch der vorherigen – dass sie unsere Schutzbedürftigkeit anerkannt haben“, erklärte Hui in einem Facebook-Beitrag.

Kopfgeld und Verfolgung

Hui gehörte zu den prägenden Figuren der Protestbewegung von 2019. Im vergangenen Jahr erließen die Behörden in Hongkong Haftbefehle gegen ihn und sieben weitere Exilanten. Zudem wurde auf jeden von ihnen ein Kopfgeld von einer Million Hongkong-Dollar (rund 110.000 Euro) ausgesetzt – ein Vorgehen, das international für Kritik sorgte.

Heute lebt Hui in Adelaide. „Ohne politische Verfolgung hätte ich nie daran gedacht, in einem fremden Land zu leben. Einwanderer können ihre Heimat besuchen; Exilanten haben keine Heimat“, sagte der 43-Jährige.

Appell an Canberra

Zugleich verband Hui die Nachricht mit einer eindringlichen Mahnung: Australien solle die Gefangenen in Hongkong nicht vergessen. Viele Dissidenten, darunter Verleger Jimmy Lai, säßen wegen ihres Einsatzes für demokratische Rechte hinter Gittern. „Australiens Haltung ist international von Bedeutung, sein Schutz für Hongkonger setzt einen wichtigen Präzedenzfall für andere Demokratien“, so Hui.

Seit Inkrafttreten des Nationalen Sicherheitsgesetzes im Jahr 2020 geht die Regierung in Peking rigoros gegen Oppositionelle vor. Zahlreiche Aktivisten flohen ins Ausland, andere wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Hongkongs einstige Rolle als Hort der Meinungsfreiheit gilt seither als verloren.

 

Von stin

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