Bangkok – Eine Spendenaktion, die eine Krebspatientin aus Thailand ins Leben rief, löste eine Welle der Empörung in den sozialen Medien aus. Nachdem die Frau umgerechnet rund 40.000 Euro gesammelt hatte, forderte die Öffentlichkeit eine detaillierte Aufschlüsselung der Verwendung, da Unregelmäßigkeiten auf ihrem Bankkonto Misstrauen geweckt hatten.

Die unter dem Namen Bew bekannte Thailänderin, die nach eigenen Angaben an Brustkrebs im Endstadium leidet, startete auf Facebook eine Spendenkampagne. Sie gab an, dass die Behandlungskosten, insbesondere für eine gezielte Therapie, sehr hoch seien und nicht von der Sozialversicherung abgedeckt würden. Laut ihren Angaben benötige sie 540.000 Baht für 18 Injektionen und weitere Mittel für Transport- und Alltagskosten. Da sie sich die Medikamente nicht leisten könne, sei ihre Behandlung verschoben worden, was ihre Genesung gefährde. Viele Internetnutzer spendeten daraufhin großzügig.

Kurz nach dem Erreichen von 1,6 Millionen Baht verkündete Bew, die Kampagne zu beenden. Doch ein Screenshot ihrer mobilen Banking-App sorgte für Aufruhr: Die erste Ansicht zeigte den vollen Betrag, während eine zweite nur noch rund 587.000 Baht aufwies. Auf die Nachfragen der Spender hin erklärte Bew, sie habe 1,1 Millionen Baht auf das Konto ihrer Mutter überwiesen, um die Krankenhauszahlungen zu vereinfachen.


 

Vorwürfe und Rechtfertigungen

Die Kontroverse vertiefte sich, als Kritiker ihr vorwarfen, sich für ein teures privates Krankenhaus entschieden zu haben, obwohl staatliche Einrichtungen kostengünstigere Behandlungen anbieten. Einige beschuldigten sie sogar, die Geschichte erfunden zu haben, um Spenden zu erschleichen. Als Reaktion darauf veröffentlichte Bew Belege vom staatlichen Naresuan-Universitätskrankenhaus, die ihre Krebserkrankung bestätigen. Fotos, die sie in Patientenkittel in einer privaten Klinik zeigten, erklärte sie als Teil einer Verlegung zur weiteren Untersuchung.

Doch die Situation eskalierte weiter. Beide Krankenhäuser stellten klar, dass die meisten Krebsbehandlungen durch die Sozialversicherung abgedeckt seien. Das private Bangkok Dusit Medical Services (BDMS) erklärte, dass nur zusätzliche, vom Patienten gewünschte Leistungen extra bezahlt werden müssten.

Am 17. August löschte Bew ihre früheren Beiträge und veröffentlichte eine neue Erklärung, in der sie über den Beginn ihrer Chemotherapie informierte und um Entschuldigung für die Missverständnisse bat. Sie kündigte an, die medizinischen Kosten transparent aufzuschlüsseln, um die Vorwürfe zu entkräften.


 

Polizei ermittelt

Trotz ihrer Entschuldigung und Erklärungen versuchen viele Spender, ihre Beiträge zurückzufordern, berichten jedoch von mangelnder Kommunikation. Ein Fotograf, der 200 Baht gespendet hatte, erstattete am 18. August Anzeige bei der Polizei. Er begründete seinen Schritt mit dem Misstrauen gegenüber Bews Verhalten und äußerte die Sorge, dass solche Aktionen die Spendenbereitschaft der Allgemeinheit gefährden und jenen schaden könnten, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft nun Bews Finanztransaktionen.

 

 

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Von stin

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