Das kambodschanische Minenräumzentrum CMAC hat in einem Bericht an ein UN-Kontrollgremium offengelegt, Ende vergangenen Jahres über 3.700 Antipersonenminen zu Ausbildungszwecken gelagert zu haben – ein Vorgehen, das gemäß Abschnitt 3 des Ottawa-Übereinkommens zulässig ist.

Von thailändischer Seite werden jedoch schwere Vorwürfe erhoben. Generalmajor Vinai Laithomya, stellvertretender Sprecher der Armee in Bangkok, erklärte, ein Teil dieser Minen, darunter das Modell PMN-2, sei auf thailändischem Gebiet verlegt worden. Dies stelle einen klaren Bruch des internationalen Vertrags dar.

Laut Vinai wurden im vergangenen Monat fünf thailändische Soldaten nahe der Grenze durch PMN-2-Minen verletzt. Untersuchungen des Thai Mine Action Centre (TMAC) hätten ergeben, dass die Sprengkörper erst kürzlich platziert worden seien. Bei den gefundenen Minen seien die Sicherheitsmechanismen entfernt worden, der Zündstift sei jedoch in funktionsfähigem Zustand gewesen – ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um alte Bestände handle.

In Phua Makua entdeckte Minen seien zwar noch nicht scharf gemacht gewesen, doch ihre Sicherungsstifte hätten gezeigt, dass sie einsatzbereit gelagert worden seien, so Vinai. Alle aufgefundenen Sprengkörper würden nach der Entschärfung durch TMAC zerstört. Er erinnerte zudem daran, dass Thailand bereits 2019 sämtliche PMN-2-Minen seines eigenen Militärs vernichtet habe.

Zur Klärung der Vorwürfe hat die thailändische Armee ein Beobachterteam der ASEAN eingeladen. Delegierte aus acht Mitgliedsstaaten – darunter Brunei, Malaysia, Laos, Indonesien, Myanmar, die Philippinen, Singapur und Vietnam – nehmen ab Montag an einer dreitägigen Inspektionsreise teil. Geplant sind Besuche beim TMAC, eine Minenräum-Demonstration sowie Ortsbesichtigungen in den Grenzprovinzen Ubon Ratchathani und Si Sa Ket. Zudem soll das Team im Suriner Krankenhaus Phanom Dong Rak 18 kambodschanische Soldaten treffen, die dort festgehalten werden.

 

 

Von stin

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