CHACHOENGSAO – Bei einer groß angelegten Verbraucherschutzaktion haben thailändische Behörden am 19. August in der Provinz Chachoengsao eine nicht lizenzierte Produktionsstätte für Schönheitsprodukte hochgenommen. Mehr als 230.000 Kosmetikartikel im Wert von über 20 Millionen Baht (rund 613.000 US-Dollar) wurden beschlagnahmt.
Die Razzia wurde von der Consumer Protection Crime Suppression Division (CPPD) gemeinsam mit den Provinzgesundheitsbehörden und der Food and Drug Administration durchgeführt. Grundlage war ein richterlich genehmigter Durchsuchungsbefehl für eine Fabrik im Unterbezirk Tha Kham, Bezirk Bang Pakong.
Nach Angaben der Ermittler importierte die Anlage Rohstoffe aus China und produzierte daraus Kosmetika für den Export – ohne Lizenz und ohne Registrierung der Produkte. Vor Ort stießen die Beamten auf Beweise für Kochen, Mischen, Verpacken und Etikettieren der Waren, bei denen weder thailändische Sicherheitszulassungen noch vorgeschriebene Kennzeichnungen vorhanden waren.
Die mutmaßliche Leiterin der Fabrik, eine 24-jährige Thailänderin namens Paphawee, räumte ein, den Betrieb im Auftrag chinesischer Unternehmer seit acht Monaten geführt zu haben. Sie berief sich gegenüber der Polizei auf ihren chemischen Hintergrund, der sie für die Produktionsprozesse qualifiziere.
Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, nachdem Verbraucher über gesundheitliche Beschwerden nach der Nutzung nicht registrierter Produkte berichtet hatten – darunter allergische Reaktionen und mögliche Langzeitschäden der Haut.
Unter den beschlagnahmten Artikeln befanden sich Produkte bekannter Marken wie Tuscan Hills, LACURA, Crayola sowie diverse Handseifen. Besonders ins Gewicht fiel die Sicherstellung von 105.000 Stück LACURA-Handcreme – die größte Einzelmenge der Aktion.
Polizeioberst Pattanasak Bubphasuwan, Kommandant des CPPD, betonte, dass die Verstöße mehrere Paragraphen des thailändischen Kosmetikgesetzes betreffen. Demnach sei die Herstellung und der Verkauf nicht registrierter Produkte ebenso strafbar wie die fehlende thailändische Kennzeichnung.
Der Verdächtigen drohen nun Anklagen wegen Betriebs ohne Genehmigung sowie Verstößen gegen Verbraucherschutzgesetze.
In einer öffentlichen Warnung riet Oberst Pattanasak dringend davon ab, auffällig günstige Kosmetik- und Gesundheitsprodukte ohne eindeutige Kennzeichnung oder mit überzogenen Werbeversprechen zu kaufen. Diese könnten nicht nur minderwertig sein, sondern auch ernste gesundheitliche Risiken bergen.
Der Fall macht deutlich, wie groß die Herausforderungen im Kampf gegen illegale Produktionsstätten bleiben – vor allem, wenn diese auf Exportmärkte ausgerichtet sind und dabei die Sicherheit der Verbraucher aufs Spiel setzen.
STIN // AI