Das thailändische Department of Special Investigation (DSI) erhöht den Druck im Skandal um mutmaßliche Absprachen bei der Senatswahl. Nachdem ein Großteil der geladenen Zeugen bisher nicht erschienen ist, droht die Behörde nun mit rechtlichen Schritten.
In einer Mitteilung vom Freitag (22. August) erklärte das DSI, sein Ermittlerteam habe mehrere Provinzen bereist, um Aussagen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Geldwäschefall zu sammeln, der mit den geheimen Absprachen im Auswahlverfahren für Senatoren in Verbindung stehen soll.
Von den 72 vorgeladenen Personen aus den Provinzen Ubon Ratchathani, Amnat Charoen, Nakhon Ratchasima, Buriram und Chaiyaphum seien bislang lediglich 18 erschienen. Einige der Zeugen sollen finanzielle Verbindungen zu Verdächtigen gehabt haben, andere waren selbst Senatskandidaten. Dabei geht es auch um den Vorwurf, dass einige Kandidaten nicht für sich selbst stimmten – ein klarer Regelverstoß.
Das DSI betonte, es werde weitere Befragungen durchführen, um sowohl die Ermittlungen voranzutreiben als auch die Interessen der Zeugen zu wahren. Gleichzeitig warnte die Behörde: Wer einer Vorladung nicht nachkommt, muss mit Strafen nach Abschnitt 41 des Special Investigation Act rechnen – darunter bis zu einem Jahr Haft, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides.
Laut DSI wurden landesweit bereits rund 1.200 Personen vorgeladen, die im Zusammenhang mit der „Senate-Collusion“-Affäre stehen könnten. Sollten sie sich weigern, den Vorladungen Folge zu leisten, werde zunächst eine zweite Ladung erfolgen. Bleibe auch diese unbeachtet, will das DSI das Gericht um Haftbefehle und zusätzliche Anklagen ersuchen.
STIN // AI