Thailand hat Kambodscha scharf dafür kritisiert, Kinder und andere Zivilisten für propagandistische Zwecke zu instrumentalisieren. Anlass sind in sozialen Netzwerken kursierende Videos, in denen Minderjährige als Sprachrohr gegen die thailändische Armee auftreten.
„Diese Aktionen sind nicht nur beschämend, sondern entwerten auch die Menschlichkeit der Kinder“, erklärte Maratee Andamo, Sprecherin des thailändisch-kambodschanischen Grenzsituationszentrums, am Freitag. Kinder sollten geschützt und nicht an die Front gedrängt werden, wo sie die Konsequenzen der Erwachsenen tragen müssten.
Konkret bezog sich Andamo auf Aufnahmen des umstrittenen Online-Aktivisten Michael Alfero. In einem Video sitzt er zwischen einem Jungen und einem Mädchen, vor ihnen liegt eine Landmine. Alfero fordert die Kinder dazu auf, die thailändische Armee für das Legen von Minen verantwortlich zu machen. Eines der Kinder wiederholt schließlich, Thailand solle sich selbst verurteilen. Währenddessen hebt Alfero die Mine an und zeigt sie der Kamera.
Laut Andamo handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Bereits in der Vergangenheit seien kambodschanische Zivilisten – darunter Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen – gezielt vor thailändischen Grenzposten eingesetzt worden, etwa bei Protestaktionen im Grenzgebiet von Ban Nong Chan in der Provinz Sa Kaeo. Diese Praxis zeuge von „völliger Verantwortungslosigkeit“ seitens Kambodschas.
Thailand betonte, man setze sich international für den Schutz von Kindern und Frauen ein. Die Instrumentalisierung von Minderjährigen verstoße gegen fundamentale Prinzipien des Kinderschutzes und verletze internationale Verpflichtungen, darunter die UN-Kinderrechtskonvention.
Die Regierung in Bangkok kündigte an, die Vorgänge weiterhin genau zu beobachten und im Rahmen internationaler Verträge Druck auf die Staatengemeinschaft auszuüben, um ein Ende der „Ausbeutung von Zivilisten“ zu fordern.
STIN // AI