Sa Kaeo, Thailand – Die thailändische Regierung hat die kürzliche Installation von Stacheldraht in Ban Nong Chan, Provinz Sa Kaeo, als legitime Verteidigungsmaßnahme auf eigenem Territorium verteidigt und kambodschanische Ansprüche auf das Gebiet entschieden zurückgewiesen. Das Außenministerium und die Erste Armee betonen, dass die Maßnahme der Wahrung der thailändischen Souveränität, der öffentlichen Sicherheit und der Verhinderung illegaler Aktivitäten dient.

Hintergrund des Streits

Das umstrittene Gebiet Ban Nong Chan liegt zwischen den Grenzpfeilern 46 und 47 im Bezirk Khok Sung, entlang der im Siam-Frankreich-Vertrag von 1907 festgelegten Grenze. 1981 erlaubte Thailand dem UNHCR, dort eine Notunterkunft für kambodschanische Flüchtlinge einzurichten. Nach dem Ende des kambodschanischen Bürgerkriegs 1999 blieb die Siedlung bestehen und wurde trotz thailändischer Proteste erweitert. Kambodscha begann, seine Souveränität über das Gebiet zu beanspruchen, was Thailand als Verletzung seiner territorialen Integrität ansieht.

Bereits 2002 forderte Thailand in Gesprächen mit der kambodschanischen Joint Boundary Commission (JBC) die Umsiedlung der Bewohner. Kambodscha lehnte dies mit Verweis auf eine ausstehende Grenzvermessung ab. 2017 eskalierte der Konflikt, als Kambodscha eine Flagge hisste und Verwaltungsbüros in Ban Nong Chan einrichtete, was Thailand als Verstoß gegen ein bilaterales Abkommen von 2000 wertete.

Thailands Position

Das Außenministerium betont, dass Ban Nong Chan völkerrechtlich thailändisches Territorium ist und die Stacheldraht-Installation eine Reaktion auf wiederholte kambodschanische Grenzverletzungen darstellt, einschließlich des Verdachts auf Landminenverlegung. Die Maßnahme entspreche den Vereinbarungen des General Border Committee (GBC), wonach keine militärischen Befestigungen über die Grenze hinaus errichtet werden dürfen.

Generalleutnant Amarit Boonsuya, Kommandeur der Ersten Armee, erklärte, der Stacheldraht diene der Zugangskontrolle und Selbstverteidigung, nicht der Grenzmarkierung. Er wies kambodschanische Behauptungen zurück, wonach beide Seiten sich auf die Entfernung von Hindernissen geeinigt hätten. Solche Aussagen seien einseitig und nicht Teil des offiziellen Protokolls des Regionalen Grenzkomitees (RBC) vom 22. August in Sa Kaeo.

Einigung und weitere Schritte

Generalstabschef Suravith Dangchant berichtete, das RBC-Treffen habe Fortschritte erzielt: Kambodscha stimmte der gemeinsamen Räumung von Landminen und der Bekämpfung von Betrugsnetzwerken zu. Die Minenräumung solle unverzüglich beginnen, da nicht explodierte Sprengsätze eine akute Gefahr darstellen.

Thailand betont seine Entschlossenheit, die Souveränität über Ban Nong Chan zu wahren, und setzt auf diplomatische Verhandlungen sowie die beschleunigte Grenzvermessung, um den Konflikt zu lösen. Die Erste Armee verstärkt derweil ihre Präsenz in der Region, um Drogenhandel und andere grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen.

 

STIN // AI

Von stin

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