Die Spannungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze haben sich erneut verschärft. Die thailändische Armee forderte Kambodscha scharf auf, die Verantwortung für das mutmaßliche Verlegen neuer Antipersonenminen entlang der gemeinsamen Grenze nicht länger abzustreiten.

Generalmajor Winthai Suvaree, Sprecher der thailändischen Armee, wies am Donnerstag die jüngste Erklärung des kambodschanischen Verteidigungsministeriums zurück. Dieses hatte betont, Kambodscha halte die Ottawa-Konvention, die den Einsatz von Antipersonenminen verbietet, strikt ein und habe keine neuen Minen verlegt.

Winthai erklärte hingegen, dass ausschließlich thailändische Soldaten durch Minen verletzt worden seien und sich entlang der umkämpften Grenzregion nur Truppen beider Länder aufhielten. Zudem präsentierte er konkrete Funde:

  • 4. August: In Phu Makua, Schauplatz schwerer Gefechte Ende Juli, stießen thailändische Soldaten auf zahlreiche Minen des Typs PMN-2.

  • 22. August: In der Nähe der Ta-Kwai-Tempelruinen seien kambodschanische Elitesoldaten gesichtet und zurückgedrängt worden. Anschließend habe man drei weitere PMN-2-Minen entdeckt.

Als Belege führte Winthai auch Fotos und Videos an: Aufnahmen aus den Ta-Kwai-Ruinen, die Ende Juli in kambodschanischen sozialen Medien kursierten, zeigen mehrere Minen. Zudem sei auf einem zurückgelassenen Mobiltelefon ein Clip gefunden worden, in dem ein kambodschanischer Soldat eine PMN-2-Mine demonstrativ in die Kamera hält.

Streit um Minenräumung

Besonders scharf kritisierte Winthai die Haltung Kambodschas bei den bilateralen Grenzgesprächen. Während Thailand im August eine Zusammenarbeit bei der Minenräumung vorgeschlagen habe, sei dies von Phnom Penh zunächst abgelehnt und später mit Verweis auf weitere Beratungen hinausgezögert worden.

Auch die kambodschanische Behauptung, bei den Funden handele es sich möglicherweise um Relikte früherer Konflikte, wies er zurück. Laut dem thailändischen Minenräumzentrum (TMAC) seien seit 2019 bereits 1.300 alte Minen entfernt worden. Die jüngst entdeckten Sprengkörper des Typs PMN-2 seien jedoch moderner Bauart und aus Hartplastik gefertigt.

„Beweise sind eindeutig“

Winthai betonte, Kambodscha verfüge über mehr als 3.700 dieser Minen – offiziell zu Trainingszwecken. Er appellierte an die Nachbarnation, ihre „militärische Würde und Ehre“ zu wahren und das Offensichtliche nicht länger zu leugnen:

„Es ist eine Schande, die Wahrheit abzustreiten, wenn Thailand klare Beweise in der Hand hat“, so der Armee-Sprecher.

 

STIN // AI

Von stin

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