Hua Hin – Der anhaltende Grenzstreit zwischen Thailand und Kambodscha stellt die größte Belastungsprobe für die ASEAN seit ihrer Gründung 1967 dar. Das betonte der Politikwissenschaftler Thitinan Pongsudhirak am Rande der Indo-Pacific Chiefs of Defence Conference (CHODs) in Hua Hin. Der Konflikt habe das Bündnis destabilisiert und offenbare dessen Schwächen bei der Lösung regionaler Krisen.

Auch die USA äußerten sich: Admiral Samuel Paparo, Kommandeur des United States Indo-Pacific Command (USINDOPACOM), erklärte, Washington werde keine direkte Vermittlerrolle übernehmen, jedoch die Mechanismen der ASEAN unterstützen. „Alles, was wir tun, geschieht in Form von Unterstützung und Fähigkeiten – die Führungsrolle bleibt bei ASEAN“, so Paparo.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Druck ausgeübt, indem er Zölle auf thailändische und kambodschanische Produkte mit Verweis auf die Kämpfe anhob. Nach Vermittlungsgesprächen in Malaysia einigten sich beide Seiten Ende Juli auf einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand. Beobachter warnen jedoch, die Vereinbarung sei fragil: An der Grenze kam es weiterhin zu Zwischenfällen, darunter Landminenexplosionen.

Der thailändische Oberbefehlshaber General Songwit Noonpakdee lobte die „Professionalität“ der USA bei der Waffenstillstandsüberwachung, betonte jedoch die zentrale Rolle der ASEAN. Kambodscha blieb der Sicherheitskonferenz in Hua Hin fern, offiziell aus „Angemessenheitsgründen“.

ASEAN selbst entsandte ein Interim Observer Team (IOT) an die Konfliktlinie. Künftig soll ein offizielles Beobachterteam folgen. Thitinan forderte jedoch weitergehende Schritte: „Die Region braucht ASEAN-Friedenstruppen, nicht nur Beobachter. Nur eine von innen geführte Aufsicht kann verhindern, dass die Waffen erneut sprechen.“

Seit seinem Aufflammen Ende Mai im thailändischen Chong Bok-Gebiet hat der Konflikt bereits Dutzende Todesopfer gefordert, Hunderte verletzt und über 100.000 Menschen vertrieben. Damit reiht er sich in eine Serie regionaler Krisen ein, von der Asienkrise 1997 bis hin zum Bürgerkrieg in Myanmar – und könnte zur Nagelprobe für die Einheit des südostasiatischen Bündnisses werden.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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