Bangkok – Eine Mehrheit der thailändischen Wähler wünscht sich für die kommende Wahl einen Premierminister aus den Reihen der Wirtschaft oder des Militärs. Das geht aus einer aktuellen Befragung des National Institute of Development Administration (Nida) hervor, die am 25. und 26. August unter 1.310 Wahlberechtigten im ganzen Land durchgeführt wurde.
Unter dem Titel „Sind Sie an einem Premierminister und einer neuen Partei interessiert?“ zeigt die Umfrage, dass 32,4 Prozent Geschäftsleute bevorzugen, die große Unternehmen leiten. 24 Prozent sprachen sich für einen Kandidaten aus dem Militär aus, während knapp 20 Prozent nationale Politiker als geeignete Führungspersonen sehen. Deutlich weniger Zuspruch erhielten Juristen, Beamte, Akademiker oder Vertreter aus Zivilgesellschaft und Gesundheitswesen.
Wunsch nach frischen Kräften
Neben der Berufswahl des nächsten Premierministers fragte Nida auch nach der Offenheit gegenüber neuen Parteien. Dabei zeigte sich eine deutliche Bereitschaft, Kandidaten ohne parlamentarische Erfahrung eine Chance zu geben:
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63 Prozent würden Wahlkreiskandidaten neuer Parteien „auf jeden Fall“ oder „wahrscheinlich“ unterstützen.
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Bei den Listenwahlen liegt der Anteil mit 65 Prozent sogar noch etwas höher.
Alterspräferenzen
Auch das Alter des künftigen Regierungschefs spielte in der Befragung eine Rolle:
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65,6 Prozent bevorzugen Vertreter der Generation X (45–60 Jahre),
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knapp 25 Prozent sprechen sich für Millennials (29–44 Jahre) aus.
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Nur 9,2 Prozent würden einem Babyboomer (61–79 Jahre) den Vorzug geben, während Kandidaten über 80 Jahre kaum Zuspruch fanden.
Die Ergebnisse deuten auf ein wachsendes Bedürfnis nach pragmatischer Führung mit wirtschaftlichem oder militärischem Hintergrund hin – und zugleich auf eine Offenheit für neue politische Bewegungen abseits der etablierten Parteien.
STIN // AI