Der thailändische Generalleutnant Boonsin Padklang hat betont, dass der anhaltende Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha nur durch direkte Gespräche mit dem kambodschanischen Regierungschef beigelegt werden könne. „In Kambodscha hört das Volk nur auf einen Mann“, sagte der Kommandeur der Zweiten Armeeregion während eines informellen Austauschs mit Studenten der Thammasat-Universität am Dienstag.

Boonsin hob hervor, dass die Beziehungen zu Laos und Kambodscha unterschiedlich gelagert seien. Mit Kambodscha erschwerten umstrittene Grenzziehungen und schwierige Verhandlungen die Lage. Die kambodschanische Seite handle oft widersprüchlich, kritisierte er, und setze bei Konflikten bevorzugt auf militärische Mittel, um anschließend internationale Unterstützung einzuholen.

Der General forderte, dass Thailand einen Vermittler ohne Eigeninteressen entsenden müsse, um ein Gespräch mit dem kambodschanischen Premierminister Hun Sen zu führen. Dabei betonte er, es gehe ihm nicht um Kritik an der eigenen Regierung.

Als Grund für die jüngsten Kämpfe Ende Juli nannte Boonsin das Eindringen kambodschanischer Truppen auf thailändisches Territorium. Die Auseinandersetzungen hätten 18 thailändische Soldaten das Leben gekostet, rund 660 weitere seien verletzt worden, viele von ihnen schwer. Die thailändische Armee müsse daher entlang der Grenze weiterhin kampfbereit bleiben.

Gleichzeitig zeigte sich Boonsin zuversichtlich, dass sich die Lage zwischen beiden Ländern in absehbarer Zeit entspannen werde. Mit Blick auf ein vertrauliches Gespräch zwischen Hun Sen und der damaligen Premierministerin Paetongtarn Shinawatra erklärte er, unklar sei, ob dessen Bekanntwerden Zufall oder ein „Segen des Schutzengels Phra Siam Thevathiraj“ gewesen sei – jedenfalls habe es „manche Wahrheiten ans Licht gebracht“.

Zu Spekulationen über einen erneuten Militärputsch in Thailand sagte Boonsin, solche Schritte seien „überholt“ und Ausdruck einer „alten Denkweise“. Das Militär wolle sich nicht in die Politik einmischen. Für seine eigene Zukunft nach dem bevorstehenden Ruhestand schloss der 63-Jährige ein politisches Engagement kategorisch aus.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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