Bangkok, Thailand – Die militärische Rhetorik an der thailändisch-kambodschanischen Grenze verschärft sich. Der scheidende Kommandeur der Zweiten Armeeregion, Generalleutnant Boonsin Padklang, hat unmissverständlich klargemacht, dass der umstrittene Stacheldrahtzaun entlang der Grenze bestehen bleiben wird – entgegen den Forderungen aus Phnom Penh.

In einer deutlichen Ansprache betonte Boonsin, dass der Zaun ein Symbol thailändischer Souveränität sei. „Wer den Zaun berührt, muss vorbereitet sein“, warnte er. „Ich betrachte dies als eine Verletzung thailändischer Souveränität. Wenn Sie wissen wollen, was passiert, versuchen Sie es einfach. Die Zäune unter meinem Kommando werden für immer dort bleiben.“

Die Haltung Thailands beruht auf der Behauptung, die Barrieren befänden sich auf eigenem Territorium, während Kambodscha dagegen protestiert. Diese Spannungen sind nicht neu: Im Juli eskalierten die Auseinandersetzungen in der Nähe des Ta Muen Thom Tempels in der Provinz Surin. Laut Boonsin begannen die Kämpfe, nachdem er den Tempel aus Sicherheitsgründen für thailändische Touristen geschlossen hatte und die kambodschanische Seite daraufhin das Feuer eröffnete.

Nach fünf Tagen heftiger Gefechte, die die thailändische Armee dazu veranlassten, den Tempel einzunehmen, trat ein Waffenstillstand in Kraft. Doch die Drohung bleibt. Boonsin erklärte, dass die thailändischen Streitkräfte im Falle einer Fortsetzung der Kämpfe noch weitere Gebiete zurückerobert hätten, die sie als von Kambodscha besetztes Territorium ansehen – darunter der Ta Kwai-Tempel, den man in Zukunft sichern wolle.

Trotz des Waffenstillstands wirft der General Kambodscha weiterhin „übliche Taktiken“ wie das Verlegen von Minen vor. Boonsin, der nach seiner Pensionierung dem Oberbefehlshaber der Armee als Berater zur Seite stehen wird, verdeutlichte zudem die militärische Autonomie. Entscheidungen auf dem Schlachtfeld würden nicht von Politikern getroffen. Bei extremen Risiken entscheide der Oberbefehlshaber, andernfalls die regionalen Kommandeure. „Wenn Waffen benötigt werden, müssen sie auch eingesetzt werden, einschließlich Kampfjets. Sie sind nicht nur dazu da, am Kindertag zur Schau gestellt zu werden“, scherzte er.

Die Äußerungen des Generalleutnants unterstreichen die Entschlossenheit Thailands, seine Grenzansprüche militärisch zu verteidigen und lassen wenig Raum für diplomatische Kompromisse in naher Zukunft.

 

Redaktion STIN --> Austria // Thailand

Von stin

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