Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Wartens hat Anutin Charnvirakul sein Ziel erreicht: Heute wurde der Vorsitzende der Bhumjaithai-Partei zum neuen Premierminister Thailands gewählt – ausgerechnet in einem Moment, der als größte Bewährungsprobe seiner politischen Karriere gilt.
Noch vor Kurzem galt Anutin als der „ewige Zweite“ der thailändischen Politik. Doch mit der Unterstützung der oppositionellen Volkspartei gelang ihm nun der entscheidende Durchbruch. Während die regierende Pheu Thai-Partei daran scheiterte, die 143 Abgeordneten der Volkspartei für sich zu gewinnen, nutzte Anutin die Gelegenheit. Er schmiedete ein Bündnis aus 146 Abgeordneten, einschließlich Überläufern, und sicherte sich so die entscheidende Mehrheit.
Am Mittwoch verkündete Volksparteichef Natthaphong Ruengpanyawut, seine Fraktion werde Anutin unterstützen – unter der Bedingung, dass das Parlament binnen vier Monaten nach Amtsantritt aufgelöst und Neuwahlen angesetzt würden. Anutin stimmte sofort zu und unterzeichnete das Abkommen noch am selben Tag öffentlichkeitswirksam vor Kameras.
Das Ergebnis blieb nicht aus: Heute erhielt Anutin 311 Stimmen der 490 anwesenden Abgeordneten. Sein Gegenkandidat Chaikasem Nitisiri kam lediglich auf 152 Stimmen, bei 27 Enthaltungen.
Vom Machtvakuum zur Chance
Der Weg an die Spitze wurde frei, als das Verfassungsgericht am 29. August Pheu-Thai-Chefin Paetongtarn Shinawatra des Amtes enthob. Grund war ein durchgesickertes Telefonat mit Kambodschas Premier Hun Sen, das als Verstoß gegen ethische Standards gewertet wurde.
Das Urteil stürzte Pheu Thai in eine Übergangskrise. Verzweifelt versuchte die Partei, die Volkspartei durch das Versprechen einer baldigen Parlamentsauflösung zu gewinnen – jedoch ohne Erfolg. Stattdessen entschied sich die Volkspartei für Anutin, was Beobachter als Vergeltung für die Brüskierung durch Pheu Thai im Vorjahr deuten.
Der lange Weg nach oben
Für Anutin, der am 13. September 59 Jahre alt wird, ist die Ernennung zum Premier der Schlusspunkt einer Serie von „Beinahe-Siegen“. Bereits 2023 war er kurzzeitig als Nachfolger von Srettha Thavisin im Gespräch, doch den Posten erhielt Paetongtarn Shinawatra. Noch im Juni schien seine Karriere im Sinkflug, als das Bündnis zwischen Pheu Thai und Bhumjaithai zerbrach und er seine Ämter als Innenminister und stellvertretender Premier aufgab.
Geboren 1966 in Bangkok, stammt Anutin aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie. Nach einem Ingenieurstudium in New York leitete er zunächst das Bauunternehmen seines Vaters, bevor er in die Politik wechselte. Trotz seiner Herkunft pflegt er das Image eines „Mannes des Volkes“ – er zeigt sich gern in T-Shirt und Shorts, postet Restauranttipps aus Straßenküchen und spielt Saxophon bei Benefizveranstaltungen.
Bekanntheit erlangte er auch durch sein ungewöhnliches Hobby: das Fliegen. Mit eigenen Maschinen transportierte er Patienten und Organe quer durch Thailand, wofür er 2023 von der Notfallmedizin ausgezeichnet wurde.
Politisches Profil
Seit 2012 führt Anutin die Bhumjaithai-Partei. In verschiedenen Regierungen bekleidete er Ministerämter – zuletzt als Innenminister, zuvor als Gesundheitsminister während der Pandemie. Damals prägte er die umstrittene Impfstrategie, setzte aber auch die Legalisierung von medizinischem Cannabis durch, was seiner Partei erhebliches politisches Gewicht verlieh.
Privatleben und Finanzen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen: Der dreimal verheiratete Politiker gilt mit einem Vermögen von mehr als 4,4 Milliarden Baht als einer der reichsten Abgeordneten des Landes.
Ein Premier auf Zeit?
Ob Anutin seine Amtszeit längerfristig absichern kann, bleibt fraglich. Sein Mandat steht unter dem Vorbehalt der von der Volkspartei geforderten Neuwahlen binnen vier Monaten. Bis dahin muss er beweisen, dass er mehr ist als ein Übergangspremier – und dass er den Schritt vom „ewigen Zweiten“ zum politischen Schwergewicht endgültig geschafft hat.
Er dürfte stolz sein, dass 2.-höchste Amt Thailands erreicht zu haben.
Höher geht für ihn nicht mehr, König schafft er nicht 🙂
Jedoch wird er es vermutlich nur 4 Monate oder so – bekleiden dürfen.
In dieser Zeit sollte er sich mit der Volkspartei gut stellen, nur die
könnte ihm nach den 4 Monaten das Amt verlängern, wenn sie es nicht selbst
erobern wollen/können.
Dazu eine kurze Begründung:
Die Volkspartei ist ein Dorn im Auge der Eliten, aller beiden – der alten und der neuen Elite.
Auch das Militär möchte diese Partei lieber heute vernichtet sehen, als morgen.
Das war auch der Grund der Ablehnung, Ministerposten anzunehmen – die Anutin gerne bereitgestellt hätte.
Aber die Angst vor einem Putsch, wegen der LM-112 Reform-Forderung von Pita – war einfach zu groß.
Also lehnte man ab und beschloß – Anutin zu unterstützen und in der Opposition zu bleiben.
Das kann durchaus nach einem Wahlsieg und Untergang der PT bei der Wahl nochmals so passieren,
dass man Anutin dann weiter als PM regieren lässt, dann aber vielleicht einige Schlüsselressorts
fordert.
Mal sehen…… – auf jeden Fall: den 32. PM-Posten kann ihm niemand mehr nehmen.
In Tutzing ist noch viel Platz und die Bayern mögen ausländische Pausenclowns mit verbotoxten Masken.
In Österreich könnte er den Krampus geben.
STIN träumt immer noch vom Putsch.
Woher nehmen ?
Laß Anutin erstmal den Krampus machen.
Ist martialischer als ein thailändischer Putsch…..
das Foto fehlte:
Leider sehe ich keine andere Option mehr, als auch dich zu zensieren – zumindest reines Bashing.
Du hast die Grenzen überschritten, vor 2 Tagen. Sorry….. – aber hätte niemals gedacht, dass du siamfan einholen
würdest.
Da bin ich wohl ziemlich Thai-Style.
Aber nein, derzeit ist ein Putsch nicht nötig, obwohl Booson der geeignetste Putschführer wäre.
Beim Volk hoch beliebt, wegen seiner Aktion beim Kambodscha-Konflikt, auch sonst – ein smarter Kommandeur.
Für mich ist Anutin auch die 2. Wahl, aber besser als Thaksin, samt Clan.
Privat sehr erfolgreich, hat ebenfalls im Ausland, in der USA studiert und seinen Abschluss gemacht und dazu noch einen
Master in Thailand. Also sicher nicht naiv…..
Er hat als Gesundheitsminister Anerkennung, auch vom Ausland. Als Innenminister hat er
Cannabis freigegeben, absolut meine Linie – und überfällig. Er hat die gleichgeschlechtliche Ehe mitgetragen – also alles
mehr oder weniger linksliberal Parteipolitik.
Wichtig auch: er hat keine Fehler gemacht.
Wenn ich doch welche übersehen habe, bitte um Quellen.
Der weitentfernte „deutschsprachige“ Propagandachef von Prayuth, Anutin und Konsorten will uns seinen gebotoxten Mr Hyde als Dr.Jekyll verkaufen.
Heiland schmitt’t Jeld heraff!
Und dann erdreistet sich der Blogwart seines eigenen Hetzblögchens der jeden 3.Kommentar von mir erstmal wegzensiert bis „seine“ KI eine Verleumdung gegen mich konstruiert hat mir mit Rausschmiß zu drohen.
Das mag seine eigene Unfähigkeit befriedigen aber macht ihn nicht glaubwürdiger sondern im Gegenteil.
Da er zu einer sachlichen Auseinandersetzung nicht fähig ist macht er den Maximilian Krah nach obwohl er noch nicht mal die Tik Tok Deppen erreichen kann.
Auch beim Neo Nazi Provider X bekommt er kein Bein auf die Erde. Vielleicht war es doch STIN’s Fehler sich von seiner propagandistischen Heimstatt FPÖ/AfD loszusagen?
Ja, strafbar relevante Hetze wird zensiert, auch bei dir.
Habe aber Foto vorher gemacht, keine Sorge.
Keine Ahnung wer NeoNazi Provider X sein soll – ???????????????????????????
Ich war selbst ISP….
Ne, AfD und FPÖ sind nicht meine Parteien, waren es noch nie, aber Wagenknecht.
Die einzig vernünftige Parteichefin in DE. In AT wähle ich nun die Partei meines Sohnes,
die NEOS. Kickl ist nicht so mein Fall – den bekämpfe ich gerade mit Aufdeckung von Fake-Bildern in
Foren/Facebook.
Wenn man heute deine Kommentare liest, zum totlachen. 🙂
So viel Frust habe ich auf einen Haufen noch nie gesehen.