Bangkok – Die ehemalige Demokratin Watanya „Madam Dear“ Bunnag hat die thailändischen Bürger eindringlich aufgefordert, sich bei den kommenden Wahlen klar gegen Stimmenkauf und korrupte Politiker zu stellen. Die Abstimmung wird nach Ablauf der viermonatigen Amtszeit der neuen Regierung erwartet.
Watanya, die im Juni aus der Demokratischen Partei ausgetreten war, nachdem diese der Koalition der früheren Premierministerin Paetongtarn Shinawatra beigetreten war, mahnte die Bevölkerung, das Vertrauen in die Politik nicht zu verlieren. Stattdessen sollten die Wähler ihre Macht nutzen, um „Betrüger vom Parlament fernzuhalten“.
„Die aktuellen Entwicklungen könnten viele entmutigen, wenn sie sehen, wie korrupte Akteure hohe Ämter erlangen und ungestraft davonkommen“, sagte Watanya bei einem politischen Seminar der Anti-Korruptionsorganisation Thailands (ACT). „Doch die Menschen haben die Möglichkeit, sie an der Wahlurne zu stoppen.“
Sie warnte, Stimmenkäufer würden versuchen, ihre Ausgaben nach einem Mandatsgewinn durch korrupte Praktiken wieder hereinzuholen – zum Schaden der Allgemeinheit.
Antikorruptionstag: Forderungen an den neuen Premier
Das ACT-Seminar an der thailändischen Börse stand unter dem Motto: „Geht es in der Politik wirklich nicht ohne Betrug?“ und fand anlässlich des Anti-Korruptions-Tages am 6. September statt.
Zur Eröffnung appellierte ACT-Präsident Mana Nimitmongkol an den neuen Premierminister Anutin Charnvirakul, konsequent gegen Korruption vorzugehen und selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Anutin war am Freitag vom Parlament gewählt und am Sonntag offiziell im Amt bestätigt worden.
Mana präsentierte zudem eine aktuelle Nida-Poll-Umfrage zu den Erwartungen der Bürger an den Regierungschef. Die fünf wichtigsten Forderungen lauten:
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Wahrung der Rechtsstaatlichkeit
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Persönliche Führungsrolle im Kampf gegen Korruption
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Harte Maßnahmen gegen korrupte Regierungsmitglieder
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Schaffung von Kanälen zur Bürgerkontrolle
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Aktive Zurückweisung korrupter Praktiken
Laut Umfrage machten 70 Prozent der Befragten in erster Linie Politiker für Korruption verantwortlich, gefolgt von Beamten (55 Prozent), Geschäftsleuten und Auftragnehmern (29 Prozent). 44 Prozent gingen davon aus, dass Stimmenkauf ein zentrales Motiv für Bestechung sei, während 41 Prozent Korruption als „Normalität“ im politischen Alltag betrachteten.
Experten drängen auf mehr Transparenz
Zu den weiteren Rednern zählten Dr. Dejrat Sukkamanerd, Berater des Oppositionsführers, die stellvertretende Bangkoker Gouverneurin Assoc. Prof. Dr. Tavida Kamolvej, Lisa Nganmtrakulpanich, Präsidentin der Thai Contractors Association, sowie Phan Paniangwet, Geschäftsführer von Thai President Foods Plc.
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Dejrat betonte, korrupte Macht sei niemals von Dauer und verlangte umfassende Transparenz.
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Tavida stellte die verpflichtende Einführung von Online-Ausschreibungen in Bangkok als Erfolgsmodell vor.
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Lisa forderte die über 20.000 Auftragnehmer des Landes auf, kollektiv Schmiergeld abzulehnen.
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Phan warnte, dass ehrliche Unternehmen unter dem Wegsehen von Behörden leiden, und rief dazu auf, nur integre Politiker zu wählen. Zudem müssten schon Kinder Werte vermittelt bekommen, die sie gegen Korruption immunisierten.
Da kennt sie die Thais weniger……
Thais haben kein großes Problem mit Korruption und Amtsmissbrauch bei Politikern,
sonst hätten sie Chuan, Abhisit, Prayuth nicht abgewählt.
Solange sie auch Krümmel abbekommen, ist ihnen Korruption egal.
Lt. einer Umfrage vor Jahren haben 56 % der Thais kein Problem mit Korruption/Amtsmissbrauch.