Das US-Finanzministerium geht mit harten Sanktionen gegen ein Netzwerk von Unternehmen und Einzelpersonen in Kambodscha vor, die in massiven Cyberbetrug, Menschenhandel und Geldwäsche verwickelt sein sollen. Laut einer Mitteilung des Office of Foreign Assets Control (OFAC) vom Montag zielen die Maßnahmen insbesondere auf Betrugszentren in der Küstenstadt Sihanoukville, die US-Bürger um Milliardenbeträge gebracht haben.

Cyber-Betrug in ehemaligen Casino-Hochburgen

Viele der nun betroffenen Firmen entstanden ursprünglich als Glücksspielbetriebe, bevor sie sich auf lukrativen Betrug mit virtuellen Währungen verlagerten. In Sihanoukville haben sich zahlreiche Casinos und Hotels zu Drehscheiben für Online-Betrug entwickelt.

Besonders im Fokus steht TC Capital Co. Ltd., Eigentümer des Golden Sun Sky Casino & Hotel. Laut US-Behörden wurden dort Opfer dazu gebracht, in betrügerische Plattformen zu investieren, während gleichzeitig illegale Gelder über das Kasino gewaschen wurden.

Zwangsarbeit im KB Hotel

Auch das KB Hotel in Sihanoukville wurde sanktioniert. Dort sollen Menschen, die unter falschen Versprechen nach Kambodscha gelockt wurden, zur Teilnahme an Cyberbetrug gezwungen worden sein – oft unter Androhung von Gewalt oder sexueller Ausbeutung. Mitgründer Xu Aimin, ein eingebürgerter Kambodschaner mit krimineller Vergangenheit in China, gilt als zentrale Figur hinter den Geschäften.

Verstrickungen in organisierte Kriminalität

Neben TC Capital und KB Hotel sind weitere Unternehmen betroffen, darunter Heng He Bavet, das ebenfalls mit Menschenhandel und Betrugszentren in Verbindung gebracht wird. Auch Schlüsselfiguren wie Dong Lecheng (Gründer von TC Capital), Xu Aimin sowie die Geschäftsmänner Chen Al Len und Su Liangsheng wurden persönlich sanktioniert.

Zusätzlich geriet die HH Bank Cambodia ins Visier der US-Behörden. Sie soll illegale Finanzströme abgewickelt und damit die Cyberbetrugsnetzwerke unterstützt haben.

Verbindung von Cyberkriminalität und Menschenhandel

Die US-Regierung sieht in den Vorgängen ein wachsendes sicherheitspolitisches Problem. „Diese Sanktionen unterstreichen die enge Verflechtung von Cyberbetrug und Menschenhandel in Südostasien“, erklärte das Finanzministerium. Opfer würden mit Versprechen legaler Jobs angelockt, dann aber in ausbeuterischen Arbeitsbedingungen festgehalten und gezwungen, amerikanische Staatsbürger ins Visier zu nehmen.

Mit den Sanktionen will Washington die kriminellen Netzwerke finanziell austrocknen und zugleich ein Signal gegen die Ausbeutung durch Zwangsarbeit setzen.

 

STIN // AI

Von stin

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