Das politische Terrain für das Rote Lager ist in den vergangenen Tagen dramatisch enger geworden. Trotz eines kurzfristigen juristischen Aufschubs musste die Shinawatra-Familie zwei herbe Niederlagen hinnehmen – und steht nun vor einer ganzen Welle weiterer Ermittlungen.

Thaksin zurück im Gefängnis

Der frühere Premierminister Thaksin Shinawatra wurde zwar von einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung verschont, doch der Oberste Gerichtshof wies sein Gesuch auf eine längere Behandlung im Police General Hospital zurück. Stattdessen ordnete er an, dass Thaksin im sogenannten „14.-Stock-Fall“ eine einjährige Haftstrafe antreten muss.

Paetongtarn verliert Regierungsamt

Parallel dazu stürzte Thaksins jüngste Tochter Paetongtarn Shinawatra, bis vor Kurzem Premierministerin, aus dem Amt. Das Verfassungsgericht befand sie mit sechs zu drei Stimmen eines „schweren ethischen Verstoßes“ für schuldig. Auslöser war ein durchgesickerter Audiomitschnitt eines vertraulichen Gesprächs mit Kambodschas Ex-Premier Hun Sen über Grenzfragen.

Das Parlament vollendete den Machtwechsel: Mit 143 Stimmen unterstützte die Volkspartei (PPLE) den Bhumjaithai-Chef Anutin Charnvirakul. Während Paetongtarns Pheu-Thai-Partei zu lange auf schwierige Verhandlungen mit dem Vorwärtsblock setzte, entschied sich die PPLE für ein Bündnis mit den Konservativen – und ebnete so Anutin den Weg zum 32. Regierungschef Thailands.

Emotionale Reaktionen

Sichtlich erschüttert erklärte Paetongtarn nach dem Urteil gegen ihren Vater:
„Thaksin bleibt ein spiritueller Führer. Seine Politik diente immer dem Wohl der einfachen Menschen. Es ist schmerzhaft, ihn hinter Gittern zu sehen, doch wir bleiben stark.“

Auch Thaksin selbst ließ über seine Social-Media-Kanäle eine Botschaft verbreiten: „Ich verliere zwar meine körperliche Freiheit, nicht aber meine Gedankenfreiheit im Dienst der Nation.“

Neue rechtliche Front gegen Paetongtarn

Kaum ihres Amtes enthoben, sieht sich Paetongtarn nun selbst mit fünf laufenden Ermittlungen konfrontiert. Im Fokus stehen:

  1. Audioclip-Kontroverse – Ermittlungen der NACC und Strafanzeigen wegen Amtsmissbrauchs und Gefährdung der nationalen Sicherheit.

  2. Haushaltsübertragungen – Vorwürfe der Verfassungsverstöße bei der Budgetplanung, inklusive eines Milliardenprojekts zur Wasserbewirtschaftung.

  3. Schuldschein-Transaktion – Eine umstrittene Aktienübertragung innerhalb der Familie, möglicherweise zur Steuerumgehung.

  4. Luxusresort Khao Yai – Prüfung, ob das Resort auf geschütztem Land errichtet wurde.

  5. Alpine-Golfplatz-Affäre – Streit um Landtitel und Aktienbesitz im Millionenwert.

Ungewisse Zukunft

Damit verlagert sich das Schlachtfeld vom Parlament in die Gerichtssäle. Während Anutin seine neue Regierung formiert, muss das Shinawatra-Lager nicht nur politische Niederlagen verkraften, sondern auch den Ausgang einer ganzen Serie juristischer Auseinandersetzungen abwarten. Ob die Familie ihre Rolle als Machtzentrum der thailändischen Politik verteidigen kann – oder endgültig an Einfluss verliert – dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

4 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
9 Monate vor
Antwort auf  stin

xxxxxxx

Hier meine Sicht zu STIN’s obigen Absonderheiten:

Thaksin wurde nicht zurückgeholt um der Move Forward den Garaus zu machen sondern um den Parteien der Militärdiktatur in einer Koalition die Mehrheit zu beschaffen,
Ja , wir waren alle überrascht daß die Move Forward sozusagen aus dem Stand Thaksins Pheua Thai geschlagen hat.
Aber die größten Verlierer waren Prayuths Militärparteien ,die Scheindemokraten DP und Newins BJT.
Nein, es stimmt eben nicht wenn STIN behauptet die PPRP wäre ein Hirngespinst Prawits , sondern die PPRP war gegründet worden um Prayuth eine Platform für die PM Wahl zu geben.Prayuth hat sie nach der verheerenden Niederlage fallengelassen und ein neue Militärparte (UTN) gründen lassen.Auch mit der ist er furchtbar abgekackt.
Selbst in einem oberflächlich geschminkten und maskierten Land wie TH zählt am Ende die Persönlichkeit.
Und da hatte Thaksin eben viel mehr zu bieten als Prayuth ,Prawit oder Anutin. Natürlich hatten Thanathorn, Pita und jetzt die Volkspartei Führung noch mehr zu bieten, aber Thaksin und seine Möchtegern Vernichter vereinte zumindes Eines , nämlich daß eine Partei der Reformkräfte niemals in TH regieren darf.
Na ja , und der Rest von STIN/KI’s Haßtiraden wird sich in der Realität auflösen wie die meisten seiner Propagandabehauptungen.
Ja , auch ich fände es gut wenn Thaksin mal für seine Missetaten in den Knast müßte. Aber da ich kein einseitiger Propaganda Hetzer wie STIN bin möchte ich die Gleichbehandlung von Prayuth ,Prawit ,Anutin,Newin und wer noch so seinen Kopf aus dem Rattenloch hält.
Und noch Eines zur ständigen Geschichtsklitterung STIN’s:
Am großen Reisbetrug waren auch Gelbe in führender Position (Ministerialbürokratie) beteiligt. Die Tatsache daß sie nicht angeklagt wurden oder frühzeitig freigesprochen wurden zeigt nur die Ausmaße des Unrechtsstaates TH.
Ich weiß ja das STIN Thaksin vieles zutraut.Aber selbst er hätte in knapp 2 Jahren nicht das erreichen können wozu Prayuth 9 Jahre brauchte.
Nämlich seinen Nachfolgern eine Wagenladung Schulden zu hinterlassen.
TH hat immer auf Kosten anderer gelebt aber dies wurde aufgrund des starken Wachstums immer übertüncht. Jetzt gibts kein ausreichendes Wachstum mehr. Deshalb hat man ja Thaksin zurückgeholt.Um die Schuld auf ihn zu schieben.

Zuletzt bearbeitet am 9 Monate vor von berndgrimm
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