Der ehemalige thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra hat nach Angaben der Strafvollzugsbehörde seine erste Nacht im Zentralgefängnis Klongprem ohne Zwischenfälle verbracht. Der 76-Jährige habe gut geschlafen, normal gegessen und keine Sonderwünsche geäußert. Auch sein psychischer Zustand sei stabil, teilte die Behörde mit.
Am Dienstagabend war Thaksin vom Untersuchungsgefängnis Bangkok nach Klongprem verlegt worden. Zuvor hatte die Strafkammer für Inhaber politischer Ämter des Obersten Gerichtshofs ihn zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Damit endete ein umstrittener, sechsmonatiger Krankenhausaufenthalt, der anstelle der eigentlichen Gefängnisstrafe verbüßt worden war.
Seine erste Nacht verbrachte Thaksin in der Quarantänestation, wo er den üblichen Aufnahmeprozeduren unterzogen wurde: Identitätskontrolle, Gesundheitscheck und Sicherheitsdurchsuchung. Dort soll er sich laut Behörden „uneingeschränkt kooperativ“ gezeigt haben.
Klongprem zählt zu den fünf Hochsicherheitsgefängnissen Thailands. Anders als im Untersuchungsgefängnis Bangkok, wo nur rund zehn Prozent der Insassen rechtskräftig verurteilt sind, werden dort ausschließlich Strafgefangene untergebracht. Um mögliche Spannungen mit politisch andersdenkenden Mitgefangenen zu vermeiden, wurden für Thaksin besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Ein erfahrener Insasse wurde etwa als Hilfsbetreuer abgestellt – ein Vorgehen, das internationalen Standards entsprechen soll.
Nach seiner Quarantänezeit soll der Ex-Premier einer passenden Gefängniszone zugewiesen werden. In Frage kommen Bereiche für ältere oder gesundheitlich angeschlagene Insassen oder Abteilungen mit Schwerpunkt auf Bildung und geistiger Entwicklung.
Thaksins ursprünglich achtjährige Haftstrafe war durch königliche Begnadigung auf ein Jahr reduziert worden. Unter geltendem Recht könnte er nach der Hälfte seiner Strafe, also etwa nach sechs Monaten, auf Bewährung entlassen werden. Auch eine Sonderbewährung aufgrund seines Alters ist denkbar. Zudem prüft die Behörde die Möglichkeit eines Vollzugs außerhalb der Haftanstalten mit elektronischer Überwachung – allerdings fehlen landesweit die entsprechenden Geräte.
Während der Quarantäne, die bis 13. September andauert, darf Thaksin nur von seinen Anwälten besucht werden. Ab danach sind auch Familienbesuche möglich, allerdings nur für zehn zuvor genehmigte Personen.
Sein Anwalt Winyat Chatmontree erklärte am Mittwoch, dass er bislang keinen Gefängnisbesuch plane.
Redaktion STIN // CTN-Media