Die treibende Kraft hinter Thaksin Shinawatras Rückkehr nach Thailand im August 2023 war in erster Linie die Pheu Thai Party — besonders durch die strategische Bildung einer Koalition mit ehemals verfeindeten, pro-militärischen und royalistischen Parteien. Dieses Bündnis ermöglichte eine sichere Rückkehr und begünstigte gleichzeitig den Wahlprozess zum Premierminister.
Koalitionsabkommen mit früheren Gegnern
Laut The Guardian schloss Pheu Thai kurz vor Thaksins Rückkehr ein Bündnis mit den ehemaligen Rivalen aus dem Militär-Establishment.
Le Monde beschreibt ähnliche Hintergründe: Pheu Thai bildete eine überraschende Allianz mit konservativen Kräften zur Wiederherstellung der politischen Stabilität.
BBC stellt den Zusammenhang pointiert dar: „Seine Rückkehr war nicht zufällig; sie war Teil eines großen politischen Pakts“ – just am Tag, als Pheu Thai-Kandidat Srettha Thavisin als Premierminister gewählt wurde.
Politischer Deal oder offizielle Dementis?
Medien wie Zeit (Time) und DW berichten, dass Thaksins Rückkehr Teil eines politischen Deals gewesen sein könnte, bei dem Pheu Thai im Gegenzug für seine Rückkehr Zugeständnisse von konservativen Kräften erhielt – etwa bezüglich Begnadigung oder milderer Behandlung . Thitinan Pongsudhirak, Politologe an der Chulalongkorn-Universität, beschreibt den Vorgang als eine Schlüsselbewegung im Machtkampf zwischen Pheu Thai und dem Establishment.
Thaksin selbst bestreitet solche Absprachen öffentlich: Bei einem öffentlichen Auftritt betonte er, dass es „keinen Deal gab, niemand wagte einen Deal mit mir“.
Stimmen aus der Öffentlichkeit
In Online-Diskussionen äußerten viele Thaksin-Befürworter und Beobachter auf Reddit spöttisch oder skeptisch, dass er stets hinter den Kulissen Deals schmiede. Ein Nutzer meinte etwa:
„Thaksin liebt Deals. … Er findet es praktikabler, mit Konservativen und Machteliten zu verhandeln, als mit Move Forward.“
Ein anderer kommentierte:
„So wie es aussieht, hat Pheu Thai ihre Seele verkauft, um den großen Mann zurück ins Land zu holen.“
Wie standen Prayuth und Prawit zur Rückkehr von Thaksin Shinawatra:
General Prayut Chan-o-cha
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Gegen jede vorschnelle Rückkehr von Thaksin: Prayut forderte öffentlich, dass Thaksin zurückkehren solle – aber nur, um sich vor Gericht zu verantworten und um seine 8-jährige Haftstrafe anzutreten. Er bezeichnete Thaksin als „Flüchtigen“ und betonte: „Sobald er sich dem Justizprozess stellt, können wir sprechen.“
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Offene Ablehnung seiner Person: Er zeigte deutlich Frustration, wenn Medien nach seiner Meinung zu Thaksin gefragt wurden: „Don’t mention that person. I just don’t like it.“
Das lässt darauf schließen, dass Prayut eine Rückkehr Thaksins weder aktiv unterstützte noch verhandelte—seine Haltung war klar ablehnend.
General Prawit Wongsuwan
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Ein möglicher Verhandlungspartner: Laut einem Bericht von Chuwit Kamolvisit bestand ein geheimes Koalitions-Abkommen, in dem auch Prawit als Kopf der Palang Pracharath Party (PPRP) genannt wird — ein solches Abkommen soll Thaksins Rückkehr erleichtert haben. Prawit wäre damit eher eine treibende Figur gewesen.
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Komplexe politische Position: Thaksin selbst äußerte früher, dass Prawit möglicherweise wenig begeistert wäre, Prayut erneut an die Macht zurückkehren zu lassen, da Prawit selbst Ambitionen hegte. Gleichzeitig wurde Prawit als potenzieller Machtvermittler gesehen.
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Politischer Pragmatismus: Prawit äußerte sich vorsichtig und riet Thaksin, sich nicht weiter in politische Konflikte zu verwickeln: Thaksin solle nicht die Spaltung des Landes vorantreiben.
Das klingt nach rhetorischer Zurückhaltung — aber nicht nach strikter Opposition.
Fazit
Kurz gesagt: Die Rückkehr Thaksins war eng verbunden mit den Verhandlungen und dem Koalitionsvertrag, den die Pheu Thai Party mit ehemals verfeindeten, pro-militärischen Kräften – voran General Prawit – einging. Dieses politische Arrangement stellte den sichersten Weg dar, dass Thaksin ohne direkte juristische Konsequenzen heimkehren konnte – auch wenn Untersuchungen und Gerichtsverfahren trotzdem unmittelbar folgten.
Redaktion STIN // CTN-Media