Die Wahl von Anutin Charnvirakul zum 32. Premierminister Thailands hat die politische Landschaft in Bewegung gesetzt. Parteien formieren sich neu, suchen nach Bündnissen und schärfen ihre Strategien für die kommenden Wahlen. Besonders im Fokus steht dabei die United Thai Nation Party (UTN), die nach internen Machtkämpfen um ihre Geschlossenheit ringt.

Die UTN ist in zwei Lager gespalten: Parteichef Pirapan Salirathavibhaga und Generalsekretär Akanat Promphan kontrollieren gemeinsam rund 20 Abgeordnete. Ihnen gegenüber steht die Gruppe um Suchart Chomklin, unterstützt von einem Netzwerk einflussreicher Unternehmer, mit etwa 16 Abgeordneten.

Beim jüngsten Votum über Anutin zeigte sich die Bruchlinie deutlich: Zwar unterstützten 33 von 36 UTN-Abgeordneten den neuen Premier, doch aus Pirapans Lager gab es drei Enthaltungen. Beobachter werten dies als Zeichen seiner Unzufriedenheit mit Akanats Linie. Während Pirapan offenbar auf eine engere Zusammenarbeit mit der Pheu-Thai-Partei setzt – auch über Kontakte zu Thaksin Shinawatra – pocht Akanat darauf, die UTN klar im konservativen Lager zu verankern.

Die Frage nach der Führungsdynamik bleibt offen: Fünf der acht Vorstandsmitglieder gehören zu Pirapans Fraktion, was einen Machtwechsel ohne seine Zustimmung nahezu unmöglich macht. Gleichzeitig sorgt der Abgang prominenter Köpfe wie Himalai Phiwphan, der sich wieder mit Thammanat Promphao verbündet hat, für weitere Unruhe.

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen, die in den nächsten sechs Monaten erwartet werden, steht die UTN vor einer entscheidenden Phase. Gelingt es Pirapan und Akanat, ihre Differenzen beizulegen, könnte die Partei ihre Position im konservativen Lager stärken und im Wettstreit mit der Bhumjaithai-Partei um die Führungsrolle punkten. Andernfalls droht der UTN eine weitere Zerreißprobe – und der Verlust ihres Anspruchs auf eine Schlüsselrolle in Thailands Politik.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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