Wer ist Porntip Rojanasunan

  • Geboren 21. Dezember 1954 in Bangkok.

  • Thailändische Gerichtsmedizinerin / Forensikerin (forensic pathologist), auch bekannt als „Thailand’s Doctor Death“.

  • Trägt den Ehrentitel Khunying, verliehen 2003 mit dem Orden von Chula Chom Klao.


Ausbildung und beruflicher Werdegang

  • Studium der Medizin an der Mahidol University, Fakultät der Medizin, Ramathibodi Hospital – Abschluss ungefähr 1979.

  • Später spezialisierte Ausbildung in forensischer Anthropologie und forensischer Pathologie, unter anderem am Armed Forces Institute of Pathology in Washington, D.C., USA.

  • Früh war sie medizinische Beamtin, in der Pathologie tätig, zunächst im Gesundheitsministerium, später Tätigkeiten im Justizministerium.


Wichtige Positionen und Verdienste

  • Sie war Mitbegründerin des Central Institute of Forensic Science (CIFS) (Zentrales Institut für Forensische Wissenschaft), unter dem Justizministerium.

  • War Direktorin von CIFS in mehreren Amtszeiten, u.a. von 2008 bis 2013 bzw. bis 2014.

  • Wurde später Inspector-General (Generalinspektorin) des Justizministeriums nach ihrer Ablösung als Direktorin.

  • Sie wurde in zahlreiche hochkarätige Kriminalfälle und Katastrophenidentifizierungen involviert, z. B. Identifizierung der Opfer des Tsunamis im Indischen Ozean (2004).


Konflikt mit Thaksin / Rolle in der Drogenpolitik

  • Thaksin Shinawatra startete 2003 eine aggressive „War on Drugs“-Politik in Thailand, die unter anderem außergerichtliche Tötungen umfasste.
    Porntip kritisierte wiederholt, dass viele der in diesem Drogenkrieg getöteten Verdächtigen nicht ordnungsgemäß untersucht wurden, insbesondere, dass Tatorte manipuliert worden seien oder Beweise fehlten.

  • Sie forderte bessere forensische Standards, korrekte Spurenaufnahme, transparente Ermittlungen. Ihre Kritik war Teil eines Spannungsfelds zwischen Polizei / Exekutive und unabhängigen forensischen Institutionen.

  • Es scheint, dass sie dadurch politisch unter Druck geriet oder behindert wurde, z. B. bei dem Versuch, in bestimmte Fälle involviert zu sein.


Wissenschaftliche Praxis und Öffentlichkeitsarbeit: Durch ihre Arbeit (z. B. bei der Identifizierung von Tausenden von Opfern nach dem Tsunami 2004) trug sie wesentlich dazu bei, die Bedeutung von DNA-Analyse, forensischer Anthropologie und systematischer Leichenschau in Thailand bekannt zu machen — damit half sie, Bewusstsein und Druck für bessere forensische Standards zu erzeugen.

Kontroversen

  • GT200 und andere Bombendetektoren: Porntip war in die Beschaffung bzw. Nutzung von Geräten wie dem GT200 und dem Alpha 6 verwickelt, heute weitgehend als betrügerisch/pseudowissenschaftlich angesehen.

  • Die Nationale Anti-Korruptionskommission (NACC) erhob Anklagen gegen sie im Zusammenhang mit der Anschaffung dieser Geräte.

  • Ein Gericht wies jedoch eine Klage ab, da sie den Kauf der Geräte unter der Annahme genehmigt hatte, dass sie nötig seien – zur Unterstützung von Polizeieinsätzen in den umkämpften südlichen Provinzen Thailands.

  • Es gibt Kritiker, die sagen, dass Porntips öffentliche Selbstdarstellung (z. B. auffällige Frisuren, Medienauftritte) ihre Glaubwürdigkeit untergraben kann. Dennoch wird sie in vielen Kreisen wegen ihrer Hartnäckigkeit und Verdienste hoch geachtet.


Wissenswertes / Besonderheiten

  • Sie ist über ihren forensischen Beruf hinaus eine medienpräsente Persönlichkeit; ihr Auftreten (Mode, Frisur) hebt sie hervor und wird oft thematisiert.

  • Sie schrieb Memoiren, trat in Dokumentationen auf und führte öffentlichkeitswirksame Ermittlungen durch.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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