Der frühere Parteichef der thailändischen Demokraten, Abhisit Vejjajiva, könnte nach dem Rücktritt von Chalermchai Sri-on erneut an die Spitze der Partei zurückkehren. Das bestätigte heute der ehemalige Parteisprecher Ramate Rattanachaweng.

Abhisit, der die Partei bereits geführt hatte und vor zwei Jahren ausgetreten war, erfülle nach den geltenden Statuten die Voraussetzungen für eine Kandidatur, sobald er sich als Mitglied registriere. Eine Sondergenehmigung sei nicht erforderlich, da er zuvor bereits zentrale Funktionen innerhalb der Partei innehatte, erklärte Ramate.

Die Demokraten verfolgten eine „offene Politik“, so Ramate weiter. Daher könnten auch ehemalige Mitglieder nach ihrem Wiedereintritt sowohl für den Parteivorsitz als auch für den Vorstand kandidieren. Zwar schreibt Artikel 30 der Parteisatzung grundsätzlich eine zweijährige ununterbrochene Mitgliedschaft für Kandidaten vor, doch Ausnahmen gelten für frühere Funktionsträger, Abgeordnete und Minister der Partei.

Ramate äußerte sich kurz nachdem Chalermchai Sri-on seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen bekanntgegeben hatte. Hochrangige Parteimitglieder, darunter Ex-Parteichef und Ex-Premierminister Chuan Leekpai, sähen in Abhisit den aussichtsreichsten Kandidaten, um die angeschlagene Partei zu erneuern und in die Zukunft zu führen.

Die amtierende Parteisprecherin Jenjira Rattanapien kündigte an, dass innerhalb von 60 Tagen ein Parteitag einberufen werde, um einen neuen Exekutivausschuss zu wählen.

Abhisit Vejjajiva – Ein Oxford-Absolvent an der Spitze Thailands

Abhisit Vejjajiva gilt als einer der bekanntesten Politiker Thailands. Der 1964 in Bangkok geborene Sohn einer wohlhabenden Ärztefamilie erhielt seine Ausbildung in England, wo er an der renommierten University of Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaft (PPE) studierte. Früh schlug er eine akademische Laufbahn ein, bevor er in die Politik wechselte.

Seinen politischen Aufstieg begann Abhisit in den 1990er-Jahren in der Demokratischen Partei, deren Vorsitz er später übernahm. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er, als er 2008 inmitten einer tiefen politischen Krise zum Premierminister Thailands gewählt wurde. Sein Führungsstil galt als nüchtern, technokratisch und vom westlichen Bildungshintergrund geprägt, zugleich war er aber mit massiven Herausforderungen konfrontiert – von Protestbewegungen bis zur globalen Finanzkrise.

Bis heute ist Abhisit eine prägende Figur der thailändischen Politik, auch wenn seine Regierungszeit nicht ohne Kontroversen blieb.

 

Von stin

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