Bangkok, 4:45 Uhr. Der Himmel ist noch schwarz, die Luft schwer vom feuchten Tropennacht-Dunst. Vor dem gewaltigen Komplex der Immigration in Chaengwattana huschen Taschenlampenstrahlen über den Asphalt. Dutzende Gestalten stehen bereits in einer Schlange, Thermobecher in der Hand, Augenringe im Gesicht. Manche sitzen auf kleinen Hockern, andere lehnen schweigend an ihren Rollkoffern. Es ist die stille Choreografie eines absurden Rituals: das nächtliche Warten auf ein Visum.
„Wenn du nach sechs kommst, kannst du es vergessen“, raunt ein älterer Brite seinem Nachbarn zu. Er ist seit halb drei hier. Zwei Reihen weiter zieht eine junge Mutter ihrem Kind eine dünne Decke über die Beine. Der Kleine schläft im Kinderwagen, während seine Eltern auf einen Platz im Behörden-Marathon hoffen.
Ein Rennen gegen die Uhr
Offiziell beginnt der Arbeitstag der Immigration um 8:30 Uhr. Doch die Warteschlange lebt längst in ihrer eigenen Zeitzone. „Letztes Jahr war ich um acht hier, dachte, das sei früh genug“, erzählt ein amerikanischer Lehrer. „Ich bekam die Nummer 200 und saß bis drei Uhr nachmittags.“ Heute ist er um fünf da – in der Hoffnung, diesmal nicht den ganzen Tag zu verlieren.
Die Gründe für den Ansturm liegen im System selbst: Die Online-Terminvergabe wurde abgeschafft. Wer ein Visum verlängern oder seine Arbeitsgenehmigung erneuern will, muss persönlich erscheinen – und sich in die reale Schlange einreihen. Was nach Verwaltungsroutine klingt, ist zu einem Überlebensspiel geworden.
Warten als Vollzeitjob
Mit jeder Stunde, die verstreicht, füllt sich die Halle. Die Luft wird stickig, die Stimmen lauter, die Geduld dünner. Eltern versuchen, ihre Kinder mit Handys zu beruhigen, Rentner fächeln sich mit Dokumentenmappen Luft zu. Von 12 bis 13 Uhr schließt das Büro für die Mittagspause, die Wartenden bleiben zurück, gefangen im Nichtstun.
Draußen floriert derweil ein eigenes Ökosystem: Straßenhändler verkaufen Klebreis, Instantkaffee und Wasser in Plastikflaschen. Kleine Restaurants haben ihre Öffnungszeiten längst angepasst, manche öffnen schon um vier. Für sie sind die erschöpften Wartenden längst Stammkundschaft.
Agenturen und Abkürzungen
Wer es sich leisten kann, zahlt Visa-Agenturen. Gegen Gebühr erledigen sie den Spießrutenlauf und verschaffen ihren Kunden oft eine schnellere Abfertigung. Doch viele Expats misstrauen diesem Weg – zu hoch ist der Preis, zu sensibel die Dokumente. Für die Mehrheit bleibt nur das Selberstehen.
Ein Symbol für ein größeres Problem
Chaengwattana ist kein Einzelfall, sondern Symptom. Die Zahl der Ausländer in Thailand wächst, die Behördenstrukturen bleiben jedoch altmodisch, überlastet, ineffizient. Während Länder wie Singapur längst digitale Systeme etabliert haben, klammern sich thailändische Ämter an Wartemarken und Schalterprozesse. Experten fordern seit Jahren Reformen: mehr Personal, längere Öffnungszeiten, vor allem aber eine Rückkehr zu funktionierenden Online-Lösungen.
Zwischen Frust und Hoffnung
Bis dahin gilt weiter das Gesetz der Schlange. Veteranen teilen Tipps mit Neulingen: „Komm zwischen fünf und sechs, nie später.“ Andere schwören auf riskante Taktiken wie das Erscheinen kurz vor der Mittagspause. Manchmal klappt es, manchmal nicht.
Doch es regt sich Hoffnung. Die Regierung spricht von Digitalisierung, jüngere Beamte bringen neue Ideen, und internationale Investoren erhöhen den Druck. Bis sich jedoch etwas ändert, bleibt der Anblick derselbe: Menschen im Morgengrauen, die schweigend auf Asphaltstufen sitzen, während über ihnen die Sonne aufgeht – und die Uhr gegen sie tickt.
STIN // AI
Der Artikel aus dem Wochenblitz, verbreitet nur unnötige Panikmache.
Das ist bei denen leider Standard in letzter Zeit.😡👎🙏
Habe ich wegen dir eingestellt – du wolltest ja was über Visa-Angelegenheiten
lesen. 🙂
Aber du hast recht, WB hat sich zur Bildzeitung entwickelt.
Aber falsch scheint der Artikel nicht zu sein, siehe mal die Schlange an,
fotografiert von Richard Barrow. Da graust es einen…..
Musste ich nie, da flieg ich lieber einmal im Jahr ins Ausland und bekomme ein
15 Monats-Visum – danach verbinde ich die Visaruns mit Shoppings-Tours in Vientane, Mae Sai oder Kambodscha und ich habe meine
Ruhe vor den jährlichen Schikanen, 90-Tages-Meldungen, Hausbesuche usw.
Danke für das einstellen 😊
Ich war fast 14 Jahre alle 90 Tage in Chaeng Wattana (auch meine Frau alleine,hat Verwandte in der Nähe) .Es hat sich im Laufe der Zeit vieles geändert im Wartebereich. Während Corona war der 90 Tage Bereich ausgelagert nach Muang Thong Thani.
Anfangs sehr ungeordnet, später eine Wartezone mit Nummern.
Beim letzten Mal ging ich am Stock (nach einem Bänderriss) und bekam eine bevorzugte Nummer!
Aber wie und wann das Bild entstand, würde ich gerne wissen!
Soviel ich weis kann man Visa nur im Ausland beantragen 😄
Das Bild ist vom März 2020 – also schon älter, wohl während Corona.
Sollte eigentlich nur die lange Schlange aufzeigen.
Aber du hast recht, mit dem Visa – wenn ich hier über Jahresvisum schreibe, so ist
natürlich die EoS gemeint, also die Verlängerung der Jahresaufenthaltserlaubnis.
Visa direkt, gibt es natürlich nur bei den ausländischen Botschaften, außer natürlich – man möchte sein
Visum verlängern, dass geht unter bestimmten Voraussetzungen.
Wenns ihm paßt und er selber von den Schikanen betroffen ist stimmt er mir zu und erkennt selber auch die Schikanen der Thai Behörden gegen Ausländer.
Wer wie ich inzwischen an die 100mal bei der Immi war kennt auch die Unterschiede.
Ich war zuerst in der alten Immi Soi Suan Piu nicht weit von den westlichen Botschaften in Sathon.
Unmögliche Zustände sowohl platzmäßig als auch organisationsmäßig. Aber, man konnte ja raus und so machte es nix dort mehrere Stunden zu verbrinen.
Chaeng Wattana hat viel Platz und die Organisation ist schon besser.
Im Komplex gibt es Alles was es in Malls auch gibt.
Da ich aus Prawet über eine Stunde mit Bus oder Taxi brauchtebin ich meist Morgens mit dem Bus über Bang Kapi gefahren und habe meine Papiere abgegeben. Dann bin ich weiter nach Pakred manchmal sogar Kohkred gefahren. Am frühen Nachmittag bin ich dann zurück in den Komplex habe meine Papiere abgeholt und dann meist mit einem Taxi zurück nach Prawet.
Manchmal hat mich auch meine Frau gefahren und wir blieben in The Mall Chaengwattana.
Die Immigration in Si Racha ist klein und voll , aber gut organisiert und nicht weit von unserer Anlage.
Wartezeit 90 Tage Meldung 10-20 Minuten , Jahresvisum und Reentry Visum 30-40 Minuten.
Zur Zeit wird die Immi neu gebaut und die Ersatzgebäude sind nur ca 400m von unserer Anlage entfernt.
Ich habe inzwischen einige Freundinnen in der Immi die mich gut behandeln.Auch gibt es studentische Volontäre die einen guten Job machen.
Total Nutzlos ist die Chefetage die ausschließlich aus Männern besteht. Die Arbeit wird ausschließlich durch Frauen und Volontäre geleistet.
Ich habe früher den Wochenblitz gerne gelesen weil er praktisch nützliche Ratschläge gab.
Ganz im Gegensatz zum TIP und zum Farang die nur Ideologien verbreiteten.
Und STIN , der „beweglichste“ Propagandist von Allen sollte den Ball hinsichtlich BILD Zeitungs Niveau lieber flach halten weil sein ST.at eigentlich nur BILD Zeitungs Headlines bringt.
Manchmal hat du ja recht, nicht oft – aber doch bei einigen Themen.
Ich kenne die Bürokratie in TH recht gut, waren ja mit der beschäftigt.
Manches besser als bei uns, manches schlechter.
Du warst nicht bei 100 verschiedenen Immis – nicht in CNX, nicht in Trang oder sonst wo.
Von dort kannst du also keine Erfahrung haben.
Richtig, der Leiter der Immi dort ist:
Pol. Maj. Gen. Prasath Khemmaprasit
Also männlich….. – ob es auch Frauen in der Führungsetage gibt, müsste ich nachsehen.
Kann ich nicht bestätigen, derzeit auch viele Artikel aus DE, Reuters, BBC und CNN.
Ein paar auch aus dem Guardian.
Bildzeitung ist nicht dabei – alles seriöse Medien, wie eben an KI vorgegeben.
Tw. sogar Archive aus WTO, UN, WHO u.a.
Also alles gut, gibt derzeit keinen seriöseren Blog – WP ist total in die Propagandaschiene
gerutscht, fürchterlich – hatte einen Artikel mal umgeschrieben hier eingestellt.
Hat Wolfgang gleich gemerkt 🙂
Mache ich nicht mehr – also weiterhin Artikel aus seriösen Medien, ob es dir passt oder nicht.
Wenn juckt´s.
Wenn du aber hier im Kommentarbereich etwas als Propaganda bewertest, dann bitte ich um
Quelle – weil sonst werde ich beginnen müssen, diese Zeilen zu zensieren.
In jedem seriösen Politik-Forum wird man bei Behauptungen nach Quellen gefragt,
bringt man keine – wird man gesperrt.