Von der Staatskrise zum Höhenflug: Warum Experten den vollständigen Rückzug der Regierung aus Thai Airways fordern
Bangkok – Thai Airways steht erneut am Wendepunkt. Auf einem Forum der Thai Journalists Association schlug Banyong Pongpanich, ehemaliges Vorstandsmitglied der Fluggesellschaft, Alarm: Die Regierung solle ihre letzten Anteile an Thai Airways veräußern – und damit ein für alle Mal den Weg frei machen für unternehmerische Effizienz und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
„Die Sanierung war nur möglich, weil wir den Status als Staatsunternehmen abgelegt haben“, erklärte Banyong. Seit der Anteil der Regierung unter die 50-Prozent-Marke gefallen ist, habe sich das Unternehmen spürbar erholt. Doch mit 38,9 % bleibt das Finanzministerium laut Börsendaten vom März 2025 größter Anteilseigner – ein Risiko, wie Banyong warnt.
Er erinnerte an die lähmende Bürokratie der Vergangenheit: „Ein einziges Flugzeug zu kaufen dauerte bis zu vier Jahre – mit Genehmigungen vom Verkehrsministerium bis zum Kabinett. Und oft bekamen wir ein anderes Modell als beantragt.“ Solche Verzögerungen seien der staatlichen Kontrolle geschuldet.
Unterstützung erhielt Banyong von Piyasvasti Amranand, ebenfalls Vorstandsmitglied und ehemaliger Leiter des Rehabilitationsausschusses, sowie vom aktuellen CEO Chai Eamsiri. Gemeinsam warnten sie vor der Rückkehr zu alten Mustern: politische Ernennungen, fehlende Fachkompetenz und Loyalität statt Leistung.
„Beamte haben weder Zeit noch Know-how, um ein Unternehmen zu führen“, so Banyong. „Wenn Führungskräfte nach Parteibuch statt Qualifikation ausgewählt werden, leidet die gesamte Organisation.“
Die Lösung? Eine vollständige Privatisierung nach britischem Vorbild. Dort hält die Regierung keine Anteile an Fluggesellschaften – und überlässt den Marktkräften die Steuerung. Ein Modell, das laut Banyong nicht nur Thai Airways helfen, sondern auch ein Signal an andere staatliche Unternehmen senden könnte.
Piyasvasti warnte eindringlich: „Die größte Gefahr ist die Rückkehr zur bürokratischen Denkweise. Wenn Schlüsselpositionen wieder politisch besetzt werden, droht ein Rückfall in die Krise.“
Thai Airways hat sich aus dem Sturzflug befreit – doch ob der Höhenflug anhält, hängt nun davon ab, ob die Regierung bereit ist, endgültig loszulassen.
STIN // AI