Mit scharfen Worten und entschlossener Miene hat Premierminister Anutin Charnvirakul am Mittwoch in Bangkok klargestellt: Thailand wird seine Souveränität nicht aufs Spiel setzen – und die Grenze zu Kambodscha bleibt dicht. In einer Rede im Vajira-Krankenhaus kündigte er an, das Grenzgebiet persönlich zu inspizieren. „Es ist meine Pflicht, dort zu sein, wo die Lage am kritischsten ist“, sagte Anutin und unterstrich damit die Brisanz der Situation.
Die diplomatischen Kanäle bleiben vorerst stumm – doch die militärischen sind aktiviert. Der Ausnahmezustand im Grenzgebiet ist ausgerufen, die Entscheidungsgewalt liegt nun beim Kommandeur des Zweiten Armeegebiets. Ein Führungswechsel steht zwar bevor, doch der neue Kommandant kennt die Region – ein strategischer Vorteil in turbulenten Zeiten.
Mit der Ernennung von Generalleutnant Adul Boonthamcharoen zum stellvertretenden Verteidigungsminister setzt Anutin auf militärische Expertise. Adul, einst Kommandeur des Grenzgebiets, soll die Lage stabilisieren und die Verteidigungslinie festigen.
„Verhandlungen sind möglich – aber nicht unter Drohungen“, stellte Anutin klar. Erst wenn Kambodscha seine schweren Waffen und Truppen abzieht, könne über eine Wiederöffnung der Grenze gesprochen werden. Die jüngsten Drohnenflüge und Waffenbewegungen entlang der Grenze wertet Thailand als Provokation – und als Hindernis für Gespräche.
Kambodschas Behauptung, eine hundertjährige Grenzschließung schade der eigenen Wirtschaft nicht, ließ Anutin unkommentiert. „Meine Ehrlichkeit könnte die Lage verschärfen“, sagte er – ein Satz, der mehr verrät als er verbirgt.
Die Bevölkerung entlang der Grenze fordert eine Lösung binnen vier Monaten. Anutin verspricht Einsatz, aber keine Kompromisse: „Thailands Souveränität ist nicht verhandelbar.“
Auch die Sitzung des General Border Committee in Koh Kong brachte keine Annäherung. Kambodscha habe nicht einmal das erste von fünf Abkommen eingehalten, kritisierte Anutin. Thailand hingegen halte sich an seine Verpflichtungen und verfüge über Beweise, um gegenteilige Vorwürfe zu entkräften.
Zum Schluss richtete Anutin beruhigende Worte an die Grenzbewohner: Evakuierungszentren würden vorbereitet, Entschädigungen rasch ausgezahlt. Die Sicherheitsmaßnahmen seien bereits angelaufen – die politische Erklärung stehe kurz vor dem Abschluss.
Ein Konflikt, der sich zuspitzt – und ein Premierminister, der klare Kante zeigt.
STIN // AI