SA KAEO – Die thailändische Waldschutzbehörde hat ein dramatisches Ultimatum ausgesprochen: Innerhalb von 15 Tagen müssen die kambodschanischen Bewohner des Dorfes Ban Nong Chan im Bezirk Khok Sung ihre Häuser verlassen – andernfalls drohen Festnahmen und bis zu 15 Jahre Haft.
Beamte errichteten Warnschilder in drei Sprachen – Thai, Khmer und Englisch – die unmissverständlich auf die drohenden Konsequenzen hinweisen. Der Vorwurf: illegale Besetzung von staatlichem Waldland. Die Forstbehörde reichte bereits Anzeige bei der Polizei ein.
Das thailändische Forstgesetz ist eindeutig: Jegliche Bebauung oder Besetzung von Waldflächen ist verboten. Verstöße können mit hohen Geldstrafen von bis zu 100.000 Baht und langjährigen Haftstrafen geahndet werden.
Ban Nong Chan ist seit Jahren ein politischer Zankapfel. Thailand betrachtet das Gebiet als eigenes Territorium, gewährte den kambodschanischen Flüchtlingen jedoch einst aus humanitären Gründen Zuflucht – sie waren vor dem Bürgerkrieg geflohen. Doch auch nach Ende des Konflikts weigerten sich viele, in ihre Heimat zurückzukehren.
Die aktuelle Eskalation könnte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Bangkok und Phnom Penh erneut auf die Probe stellen. Während die Bewohner um ihre Zukunft bangen, tickt die Uhr gnadenlos weiter.
STIN // AI