Die thailändische Tourismusbranche blickt mit Sorgenfalten auf das dritte Quartal 2025: Der Tourismusvertrauensindex ist auf nur noch 66 von 100 Punkten gefallen – ein deutlicher Rückgang gegenüber 70 im Vorquartal und 68 im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Tourismusrat von Thailand spricht von einem „düsteren“ Ausblick.
Zwischen dem 15. August und dem 16. September wurden 740 Tourismusunternehmen sowie 760 in- und ausländische Reisende befragt. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Die Branche leidet unter einer schwächelnden Wirtschaft, geopolitischen Spannungen mit Kambodscha, einem Rückgang chinesischer Touristen und der Aufwertung des Baht, die Thailand als Reiseziel verteuert.
Besonders alarmierend: Die Prognose für internationale Ankünfte wurde von 33,3 auf 33,1 Millionen gesenkt – ein Minus von 6,7 % gegenüber 2024 und satte 17 % unter dem Rekordjahr 2019.
Auch regional zeigt sich der Vertrauensverlust deutlich. In fünf von sieben Landesteilen ist das Vertrauen gesunken, wobei Bangkok den stärksten Einbruch verzeichnete: Von 83 Punkten im Vorjahr stürzte die Hauptstadt auf nur noch 68 ab.
Ein Lichtblick? Laut dem Bericht könnte der Index im vierten Quartal leicht auf 72 steigen – allerdings bleibt auch dieser Wert unter dem Vorjahresniveau. Die thailändische Tourismusbehörde (TAT) setzt nun auf kulturelle Highlights wie Loy Krathong und den Neujahrs-Countdown, um die Stimmung zu heben.
Gouverneurin Thapanee Kiatphaibool kündigte zudem eine Offensive auf Langstreckenmärkten wie Europa, Amerika und dem Nahen Osten an. Der chinesische Markt bleibt jedoch herausfordernd: Sicherheitsbedenken bremsen die Reiselust – ein Problem, das TAT aktiv angehen will.
Unterdessen planen 15 % der thailändischen Befragten eine Auslandsreise im vierten Quartal. Besonders gefragt: Vietnam und China (jeweils 18 %) sowie Japan (15 %).
Fazit: Thailands Tourismus steht am Scheideweg. Die kommenden Monate entscheiden, ob die Branche das Vertrauen zurückgewinnt – oder weiter ins Straucheln gerät.
STIN // AI