Thailand wagt einen neuen Anlauf: Unter dem Druck von Erwartungen und jahrelanger Kritik will Tourismus- und Sportminister Atthakorn Sirilathayakorn die längst überfällige Tourismussteuer von 300 Baht endlich auf den Weg bringen. Vier Monate gibt er sich selbst Zeit – und verspricht damit nicht nur Milliardeneinnahmen, sondern auch ein Stück Sicherheit für die Millionen Reisenden, die jedes Jahr ins Land strömen.

Seit 2019 geistert die Abgabe durch die politischen Flure, wurde angekündigt, verschoben, wieder versprochen – und am Ende stets vertagt. Nun will Atthakorn liefern, wo seine Vorgänger scheiterten. Die Steuer soll jedem ausländischen Besucher automatisch einen Versicherungsschutz garantieren – ein Sicherheitsnetz, das Thailand bisher schmerzlich fehlte. Immer wieder hatten dramatische Notfälle international Schlagzeilen gemacht, bei denen Touristen ohne Absicherung Hunderttausende Baht an Krankenhauskosten schultern mussten.

Während Kritiker von einer versteckten Zusatzlast sprechen, sehen Branchenkenner in der Gebühr eine längst überfällige Investition in Vertrauen und Image. Rund 70 Baht pro Tourist sollen direkt in eine Krankenversicherung fließen, der Rest in Infrastruktur, Notfallsysteme und Modernisierung. Allein im ersten Jahr könnten so Milliardenbeträge generiert werden.

Die Umsetzung bleibt dennoch eine Mammutaufgabe. Frühere Anläufe scheiterten nicht zuletzt an chaotischer Kommunikation und der Frage, wie die Abgabe praktisch erhoben werden soll. Diesmal setzt das Ministerium auf die digitale Einreisekarte TDAC, über die Touristen die Gebühr im Voraus begleichen könnten. Parallel startet eine internationale Informationskampagne, um Missverständnisse auszuräumen.

Dass Atthakorn die Steuer zum Lackmustest seiner Amtszeit macht, ist kein Zufall. Nach dem pandemiebedingten Einbruch will Thailand an alte Rekorde anknüpfen: 39,9 Millionen Besucher wie im Jahr 2019 sollen mittelfristig wieder erreicht werden. Bis Ende September 2025 kamen bereits 24 Millionen Touristen ins Land – doch die Konkurrenz in Asien ist härter geworden.

Ob die Gebühr nun tatsächlich Realität wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Sollte Atthakorn Erfolg haben, könnte die Einführung einen Wendepunkt markieren – und Thailand als sicheres, modernes und verantwortungsbewusstes Reiseziel neu positionieren. Scheitert er, wäre es nur ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte gebrochener Versprechen.

 

STIN // AI

Von stin

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Siamfan
Siamfan
6 Monate vor

Ein weiterer Schuß ins Knie!?
… Oder höher!

gg1655
gg1655
6 Monate vor
Antwort auf  stin

Wenn man dann für den Schuß ins Knie kostenlos behandelt wird, ist es
ja in Ordnung.

Also ich würde dir eine Behandlung Finanzieren. Bist du dann bereit dir von mir ins Knie Schießen zu lassen oder nicht? Denn für dich wär es ja in Ordnung wenn du für die Behandlung nicht selbst Zahlen musst. Ich würde dann eine Smith&Wesson Modell 500 besorgen um dein Knie zu bearbeiten. Am Besten mit Dum Dum Geschossen. Danach hast du womöglich einen leichten Sinneswandel was Schüsse ins Knie angeht. Besonders wenn danach kein Knie mehr übrig ist.

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