Mit einer diplomatischen Mission in Bangkok hat die Ukraine ein deutliches Zeichen gesetzt: Sie will Thailand als aktiven Partner für den Wiederaufbau nach dem Krieg gewinnen. Drei prominente ukrainische Abgeordnete – Vadym Halaichuk, Tamila Tasheva und Lesia Vasylenko – trafen sich diese Woche mit thailändischen Politikern, Diplomaten und Akademikern, um die Weichen für eine vertiefte Zusammenarbeit zu stellen.
„Wir möchten, dass Thailand einen Sondergesandten für den Wiederaufbau ernennt“, erklärte Halaichuk von der Partei „Diener des Volkes“. Ziel sei es, die Handelsbeziehungen zu stärken und konkrete Wiederaufbaumaßnahmen zu koordinieren – von Baumaterialien über Glas bis hin zu Fertighäusern. Thailand verfüge über die nötige Expertise und Produktionskapazitäten, betonte er.
Der Besuch sei Teil einer größeren diplomatischen Offensive, so Halaichuk weiter: „Wir teilen unseren Kampf für Freiheit und territoriale Integrität und suchen den direkten Dialog mit Entscheidungsträgern.“ Thailand habe sich bereits bei den Vereinten Nationen solidarisch gezeigt – nun solle die Partnerschaft auf wirtschaftlicher Ebene ausgebaut werden.

Die Reaktion aus Bangkok fiel positiv aus. Vertreter des Außenministeriums und des Ministeriums für europäische Angelegenheiten signalisierten laut Berichten Interesse an der Initiative. „Das Interesse ist groß. Nun warten wir auf die Entscheidung Thailands, wer diese wichtige Rolle übernehmen wird“, hieß es aus ukrainischen Kreisen.
Auch Tasheva appellierte an Thailand und die ASEAN-Staaten, die Ukraine nicht nur beim Wiederaufbau, sondern auch bei humanitären Anliegen zu unterstützen – etwa bei der Rückführung ukrainischer Kinder, die während des Krieges verschleppt wurden. „Diese Beziehungen sind entscheidend für den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft“, sagte sie.
Die Ukraine strebt im kommenden Jahr den Status einer Sektorpartnerschaft mit ASEAN an – ein diplomatischer Meilenstein, der die Region enger mit Kiew verbinden könnte. Ob Thailand diesen Schritt mit einem Sondergesandten bekräftigt, bleibt nun abzuwarten. Doch die Zeichen stehen auf Annäherung.
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