Ein virales Video aus Thailand sorgt für diplomatische Verstimmung: Es zeigt, wie Porträts des ehemaligen kambodschanischen Premierministers Hun Sen und der Sprecherin des Verteidigungsministeriums, Generalleutnant Maly Socheata, bei einem Jahrmarktspiel als Zielscheiben verwendet werden. Hun Sen reagierte mit scharfer Kritik und bezeichnete die Aktion als „unmenschlich“ und „unter der Menschenwürde“.
Trotz seiner Empörung rief Hun Sen die kambodschanische Bevölkerung zur Zurückhaltung auf. In einem Facebook-Post appellierte er an moralische Stärke und nationale Einheit und warnte eindringlich vor Vergeltungsmaßnahmen: „Kambodscha darf sich nicht an der Verfehlung beteiligen.“
Stattdessen forderte er konkrete wirtschaftliche Schritte: Ein Boykott thailändischer Produkte und die Abkehr vom thailändischen Baht zugunsten der Landeswährung Riel. „Die Umstellung vom Baht auf den Riel trägt dazu bei, die finanzielle Souveränität unseres Landes zu stärken“, erklärte Hun Sen.
Er warf der thailändischen Regierung vor, Kambodscha wirtschaftlich zu degradieren, obwohl Thailand jährlich von Milliarden kambodschanischer Konsumausgaben profitiere. „Wir wissen, dass Thailand reicher ist als Kambodscha, aber Sie sollten auch anerkennen, dass wir Geld ausgeben, um Ihre Waren zu kaufen“, so Hun Sen.
Gleichzeitig warnte er davor, thailändische Unternehmen oder Bürger in Kambodscha ins Visier zu nehmen. Die Mehrheit der Thailänder wolle keine Feinde des kambodschanischen Volkes sein, betonte er.
Abschließend riet Hun Sen insbesondere Grenzbewohnern, thailändische Baht in Riel oder US-Dollar umzutauschen, um sich vor möglichen wirtschaftlichen Risiken zu schützen. Die thailändische Währung könne zur „Schwachstelle“ werden, warnte er.
STIN // AI