Sidoarjo, Indonesien – Neun Tage nach dem verheerenden Einsturz eines islamischen Internats auf der indonesischen Insel Java haben die Behörden die Suche nach weiteren Opfern offiziell beendet. Die Bilanz ist erschütternd: 67 Menschen verloren ihr Leben, darunter auch acht nicht vollständig geborgene Leichenteile. 104 Schüler überlebten das Unglück.
Am 29. September war ein Teil des mehrstöckigen Gebäudes eingestürzt, als sich über 170 Schüler zum Nachmittagsgebet versammelt hatten. Die Katastrophe gilt laut der nationalen Katastrophenschutzbehörde (BNPB) als die tödlichste des Jahres in Indonesien.
„Wir haben die Such- und Rettungsaktion am neunten Tag abgeschlossen“, erklärte Mohammad Syafii, Leiter der nationalen Rettungsagentur Basarnas, auf einer Pressekonferenz. Einsatzleiter Yudhi Bramantyo ergänzte, dass alle Trümmer beseitigt und das Gelände gründlich abgesucht worden sei. Weitere Leichen würden nicht mehr erwartet.
Bislang konnten nur 17 der geborgenen Körper identifiziert werden – ein schmerzhafter Zustand für viele Angehörige, die tagelang in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen ausharrten. Erst als die sogenannte „goldene Zeit“ von 72 Stunden verstrichen war, stimmten die Familien dem Einsatz schwerer Bergungsgeräte zu.
Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht abschließend geklärt. Erste Untersuchungen deuten jedoch auf gravierende Baumängel hin. Experten vermuten, dass mangelhafte Bauweise und lasche Sicherheitsstandards eine tragende Rolle gespielt haben könnten – ein Problem, das in Indonesien immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen führt.
Erst wenige Wochen zuvor war in West-Java ein Gebäude während eines Gebetskonzerts eingestürzt. Drei Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Die wiederkehrenden Unglücke werfen ein grelles Licht auf die prekäre Bauqualität vieler öffentlicher Einrichtungen im Land – und auf die dringende Notwendigkeit, Sicherheitsstandards zu überdenken.
STIN // AI