Bangkok – Premierminister Anutin Charnvirakul hat am Dienstag in der Parteizentrale der Bhumjaithai-Partei eine Gruppe prominenter Politiker aus Nakhon Ratchasima und Khon Kaen begrüßt, die ihre Absicht bekundet haben, vor den kommenden Parlamentswahlen zur Bhumjaithai-Partei zu wechseln. Darunter befinden sich aktuelle und ehemalige Abgeordnete der Pheu Thai-Partei sowie Mitglieder der politisch einflussreichen Familie Rattanaset.

Zu den Neuankömmlingen zählen Kosol Pattama, derzeitiger Pheu-Thai-Abgeordneter für Nakhon Ratchasima, und Phongsakorn Anannopphorn, ehemaliger Abgeordneter für Khon Kaen. Ebenfalls anwesend waren Thawirat und Tattirat Rattanaset, Söhne des langjährigen Politikers Wirat Rattanaset, ehemals stellvertretender Vorsitzender der Palang Pracharath Partei.

Anutin erklärte, der Wechsel erfolge im Kontext einer geplanten Auflösung des Parlaments innerhalb von vier Monaten ab dem 1. Oktober – ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung zwischen Bhumjaithai und der oppositionellen Volkspartei, die Anutin als Premierminister unterstützt. Die nächsten Wahlen werden Anfang 2026 erwartet.

Strategische Verstärkung in der Provinz

Die Aufnahme der Familie Rattanaset wird als strategische Stärkung der Bhumjaithai-Basis in Nakhon Ratchasima gewertet. Anutin vermied jedoch eine direkte Bewertung und betonte stattdessen die Offenheit und Vielfalt seiner Partei: „Unsere Stärke liegt in der Zugänglichkeit und der Reaktion auf die Bedürfnisse der Öffentlichkeit.“

Er unterstrich, dass Bhumjaithai keine starren Kriterien für neue Mitglieder habe: „Wenn jemand ethisch handelt, nicht eigennützig ist und für die Öffentlichkeit arbeitet, heißen wir ihn gerne willkommen.“

Politische Dynamik vor den Wahlen

Bhumjaithai hält derzeit 69 Sitze im Parlament, während Pheu Thai 140 und die Volkspartei 142 Sitze innehaben. Auf die Frage nach möglichen Ambitionen, zur stärksten Partei zu werden, wich Anutin aus und betonte stattdessen die Bedeutung der Kandidatenförderung und der Kommunikation mit den Wählern.

Kosol Pattama erklärte, sein Wechsel sei durch gegenseitigen Respekt und persönliches Wohlbefinden motiviert. Sein Bruder Noppadon Pattama, ehemaliger Außenminister und enger Vertrauter von Thaksin Shinawatra, hatte bereits im Vormonat seinen Rücktritt von der Pheu Thai-Liste bekannt gegeben, um sich verstärkt juristischen und entwicklungspolitischen Aufgaben zu widmen.

Kritik an möglichem Vertragsbruch

Anutin bestätigte, dass auch Mitglieder der United Thai Nation Party (UTN) Interesse an einem Wechsel zu Bhumjaithai gezeigt hätten. Kritiker befürchten, dass die fortlaufende Rekrutierung von Abgeordneten gegen die Vereinbarung mit der Volkspartei verstoßen könnte, wonach Bhumjaithai in den nächsten vier Monaten keine Mehrheit im Parlament anstreben soll.

Anutin wies die Kritik zurück: „Wenn es uns gelingt, gute Abgeordnete für den Dienst am Volk zu gewinnen, sind wir stolz auf diese Art von Partei.“

 

STIN // AI

Von stin

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