Thailand signalisiert Bereitschaft zu einem historischen Friedensabkommen mit Kambodscha – doch die Einigung hängt an vier harten Bedingungen. Premierminister Anutin Charnvirakul kündigte heute an, US-Präsident Donald Trump offiziell darüber zu informieren, dass Thailand bereit sei, das Abkommen am Rande des ASEAN-Gipfels in Kuala Lumpur zu unterzeichnen. Voraussetzung: Kambodscha muss alle Forderungen akzeptieren.

Die thailändischen Bedingungen lesen sich wie ein Ultimatum: Rückzug aller kambodschanischen Truppen und schweren Waffen aus Grenzgebieten, Entfernung illegaler Siedler aus thailändischem Territorium, konsequente Bekämpfung von Betrug im eigenen Land und uneingeschränkte Kooperation bei der Minenräumung entlang der gemeinsamen Grenze. Laut Anutin seien diese Punkte „nicht verhandelbar“, da sie die nationale Sicherheit Thailands unmittelbar betreffen.

Trump, der bereits ein Einladungsschreiben an Bangkok gesendet hat, will die Unterzeichnung persönlich begleiten. Das Weiße Haus ließ zudem verlauten, dass chinesische Regierungsvertreter von den offiziellen Zeremonien ausgeschlossen bleiben sollen – ein diplomatischer Seitenhieb mit geopolitischer Brisanz.

Doch nicht alle in Thailand begrüßen den Vorstoß. Der Abgeordnete Rangsiman Rome von der Volkspartei warnte vor vorschnellen Lösungen. „Das Grenzproblem wurde jahrelang ignoriert. Es ist komplex und lässt sich nicht durch den Druck einer Supermacht lösen“, sagte er. Thailand dürfe sich nicht zum Spielball internationaler Interessen machen: „Wir sind kein Schoßhund, dem man einfach befehlen kann, den Konflikt zu beenden, ohne die Ursachen zu klären.“

Auch die umstrittenen Absichtserklärungen 43 und 44 mit Kambodscha bleiben ein Streitpunkt. Anutin bestätigte, dass sie dem Parlament zur Prüfung vorgelegt wurden – ein Prozess, der sich über Monate hinziehen könnte.

Der ASEAN-Gipfel vom 26. bis 28. Oktober verspricht damit nicht nur diplomatische Höflichkeiten, sondern möglicherweise eine entscheidende Weichenstellung für den Frieden in Südostasien – oder einen neuen Schauplatz geopolitischer Spannungen.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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