Trotz brodelnder Gerüchte um eine mögliche Kandidatur für das Amt des Premierministers unter dem Banner der Pheu Thai Party bleibt Varawut Silpa-archa seiner politischen Heimat treu. Der ehemalige Minister für soziale und menschliche Entwicklung erklärte am Donnerstag, er sei fest entschlossen, der Chart Thai Pattana Party weiterhin die Treue zu halten – auch wenn Stimmen laut werden, die ihn als potenziellen Spitzenkandidaten der Pheu Thai ins Spiel bringen.
„Die Einheit unserer zehn Abgeordneten ist das Wichtigste“, betonte Varawut im Gespräch mit PBS World und reagierte damit auf Spekulationen, wonach er und weitere Parteimitglieder kurz vor einem Wechsel zur Pheu Thai stehen könnten. Er räumte ein, dass einige seiner Kollegen von größeren Parteien umworben würden, doch die Zukunft der Chart Thai Pattana hänge letztlich von ihren Führungskräften und Abgeordneten ab.
Die Pheu-Thai-Vorsitzende Paetongtarn Shinawatra hatte Anfang der Woche angekündigt, bald drei Kandidaten für das Amt des Premierministers zu präsentieren. Auf die Frage, ob Varawut dazugehören könnte, zeigte sich Somsak Thepsuthin, ein Schlüsselakteur der Partei, zurückhaltend: „Es ist noch zu früh für eine Entscheidung.“ Dennoch lobte er Varawut als Vertreter der neuen Generation – beliebt, integer und politisch interessant. Die Pheu Thai sei offen für externe Kandidaten, so Thepsuthin weiter.
Nach thailändischem Parteiengesetz dürfen Parteien bis zu drei Premierminister-Kandidaten benennen, wenn sie zur Wahl antreten. Die Chart Thai Pattana war zuletzt Juniorpartner in der Regierung von Premierminister Paetongtarn, der Ende August durch ein Urteil des Verfassungsgerichts aus dem Amt entfernt wurde.
Varawuts Name bleibt damit im Spiel – zwischen Loyalität zur eigenen Partei und dem Sog einer möglichen Spitzenrolle in der nationalen Politik.
STIN // AI