BANGKOK – In Thailands Zentralprovinz erschüttert ein Skandal die religiöse Gemeinschaft: Einer christlichen Kirche wird vorgeworfen, ihre Gläubigen mit fragwürdigen Lehren manipuliert und Millionenbeträge veruntreut zu haben. Im Zentrum der Vorwürfe steht das Konzept der „Feuerkraft des Heiligen Geistes“, das laut ehemaligen Mitgliedern als spirituelles Druckmittel diente – mit dem Ziel, Geld zu sammeln und Kontrolle auszuüben.

Ein anonymes Ex-Mitglied trat in der populären Nachrichtensendung „Hone Krasae“ auf Channel 3 auf und schilderte beunruhigende Praktiken. Demnach behaupteten führende Kirchenvertreter, sie könnten durch Rituale mit Gesängen und Berührungen böse Geister austreiben. Die emotionale Wirkung dieser Zeremonien sei laut Betroffenen eher auf abergläubische Vorstellungen als auf göttliche Eingebung zurückzuführen.

Besonders brisant: Gläubige wurden offenbar systematisch zu Spenden gedrängt – mit dem Versprechen, dass göttlicher Segen proportional zur Höhe ihrer Beiträge erfolge. Auch die angeschlossene Schule der Kirche sorgt für Kritik. Sie war zunächst als kostenloses internationales Bildungsprogramm beworben worden, verlangte später jedoch 15.000 Baht Schulgebühren und stellte lediglich informelle Zertifikate aus. Eltern berichten, ihre Kinder hätten sich unter dem Einfluss der Kirche entfremdet – manche glaubten, spirituell besessen zu sein.

Ein ehemaliges Ausschussmitglied offenbarte zudem eine persönliche Spende von 20 Millionen Baht für Bauprojekte, die nie vollendet wurden. Die Kirche habe weder über die Verwendung der Gelder Rechenschaft abgelegt noch Transparenz gezeigt.

Die thailändischen Behörden stehen nun unter Druck, die Aktivitäten der Kirche umfassend zu untersuchen – sowohl in Bezug auf ihre religiösen Praktiken als auch auf ihr Bildungsangebot. Die Forderung nach staatlichem Eingreifen wird lauter.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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