Thailand verschärft den Kurs: Ausländer, die im Königreich legal arbeiten, geraten zunehmend ins Visier der Steuerbehörden. Mit über 3,3 Millionen registrierten ausländischen Arbeitskräften (Stand August 2024) zieht die Regierung die Zügel an – und passt das Steuersystem internationalen Standards an.
Wer sich mindestens 180 Tage pro Jahr in Thailand aufhält, gilt als „Steuerinländer“ – mit weitreichenden Folgen: Das gesamte Einkommen, ob in Thailand oder im Ausland erzielt, wird steuerpflichtig. Für alle anderen gilt: Besteuert wird nur das Einkommen, das im Land erwirtschaftet wird.
📊 Progressive Steuerlast – So viel verlangt der Fiskus:
- Bis 150.000 Baht: steuerfrei (aber meldepflichtig)
- 150.001–300.000 Baht: 5 %
- 300.001–500.000 Baht: 10 %
- 500.001–750.000 Baht: 15 %
- 750.001–1.000.000 Baht: 20 %
- 1.000.001–2.000.000 Baht: 25 %
- 2.000.001–5.000.000 Baht: 30 %
- Über 5.000.000 Baht: 35 %
💡 Erleichterungen für Expats: Auch Ausländer können Steuerfreibeträge geltend machen – etwa 60.000 Baht für die eigene Person, bis zu 60.000 Baht für Ehepartner und maximal 90.000 Baht für Kinder. Investitionen in Vorsorgefonds oder Lebensversicherungen sind ebenfalls absetzbar. Die Steuererklärung muss bis zum 31. März des Folgejahres eingereicht werden – mit Formular PND 90 oder 91.
🌍 Doppelbesteuerung? Nicht unbedingt. Thailand hat mit über 60 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen. Diese sollen verhindern, dass Einkommen doppelt besteuert wird – die Anwendung ist jedoch komplex, besonders bei Renten oder Kapitalerträgen. Expertenrat ist dringend empfohlen.
💸 Mehr als nur Steuern: Wer in Thailand arbeitet, zahlt auch für Visa (2.000–5.000 Baht), Arbeitserlaubnisse (ab 750 Baht) und Sozialversicherung (5 % vom Gehalt, max. 750 Baht/Monat). Unternehmen müssen sich ab 1,8 Mio. Baht Jahresumsatz für die Mehrwertsteuer registrieren – Verstöße können teuer werden.
📌 Neue Regel ab 2024: Seit Januar müssen Steuerinländer auch auf ausländisches Einkommen Steuern zahlen, sobald es nach Thailand überwiesen wird – unabhängig davon, wann es verdient wurde. Das ist eine klare Abkehr von der bisherigen Praxis. Die Behörden prüfen bereits, ob künftig eine weltweite Besteuerung eingeführt wird.
➡️ Für Expats in Thailand heißt das: Steuerliche Sorgfalt ist Pflicht. Wer sich nicht informiert, riskiert hohe Nachzahlungen – oder Schlimmeres.
STIN // AI