Thailand zeigt sich offen für internationale Vermittlung im Grenzkonflikt mit Kambodscha – allerdings nur unter klaren Bedingungen. Außenminister Sihasak Phuangketkeow erklärte am Freitag, sein Land bevorzuge weiterhin bilaterale Lösungen, sei aber bereit, eine vermittelnde Rolle einer Großmacht zu akzeptieren, sofern diese „gute Absichten“ verfolge und nicht als Verhandlungsführer auftrete.
Die Äußerungen beziehen sich auf die Vereinigten Staaten, deren Präsident Donald Trump angekündigt hatte, nur dann am bevorstehenden ASEAN-Gipfel in Malaysia teilzunehmen, wenn er die Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Thailand und Kambodscha persönlich leiten dürfe. Ein entsprechender Brief sei bereits an die thailändische Regierung übermittelt worden.
Premierminister Anutin Charnvirakul stellte jedoch klar: Eine Unterzeichnung sei nur möglich, wenn Kambodscha vier zentrale Bedingungen akzeptiere. Dazu zählen:
- Der Abzug schwerer Waffen aus den Grenzregionen unter ASEAN-Aufsicht,
- Die Räumung von Landminen, die thailändische Soldaten verletzt haben,
- Die gemeinsame Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität wie Callcenter-Betrug,
- Und die Verwaltung der von kambodschanischen Dorfbewohnern bewohnten Grenzgebiete.
Trumps diplomatischer Druck – einschließlich der Drohung, Handelsbeziehungen mit kriegsführenden Ländern auszusetzen – hat offenbar Wirkung gezeigt: Beide Staaten unterzeichneten am 28. Juli ein Waffenstillstandsabkommen in Malaysia.
Bei einem Treffen mit thailändischen Unternehmern, die in Kambodscha aktiv sind, betonte Sihasak, man nehme die wirtschaftlichen Sorgen ernst. „Das Außenministerium ist sich bewusst, dass der Privatsektor betroffen ist. Wir hören zu und prüfen Maßnahmen zur Linderung der Auswirkungen.“
Gleichzeitig kritisierte er Phnom Penh für mangelnde Verhandlungsbereitschaft: „Trotz unserer Bemühungen hat Kambodscha ernsthafte Gespräche oft vermieden und internationale Plattformen zur Kritik an Thailand genutzt.“ Dennoch bleibe Bangkok offen für einen konstruktiven Dialog. „Es ist nicht leicht, Frieden zu erreichen, aber wir tun unser Möglichstes“, sagte Sihasak. „Was wir wirklich wollen, sind echte Fortschritte.“