CHIANG MAI – Einst bohrte er sich wortwörtlich in die Herzen der Nation – heute kämpft er ums Überleben. Suratin Chaichomphu, der als „Khwan der Bohrer“ bekannt wurde, war einer der unsichtbaren Helden der dramatischen Tham-Luang-Höhlenrettung 2018. Nun liegt der 59-jährige Grundwasseringenieur nach einem schweren Motorradunfall gelähmt in seinem Haus in Chiang Mai – gepflegt von seiner Frau und Familie, vergessen von der Öffentlichkeit.

Suratin war der Mann, der das Unmögliche möglich machte: Mit seinem Bohrteam leitete er das Hochwasser aus der überfluteten Höhle ab und schuf damit die Voraussetzung für die spektakuläre Rettung von zwölf Jungen und ihrem Fußballtrainer. Seine Arbeit – über 100 Meter tief in den Fels gebohrt – war der Wendepunkt der internationalen Rettungsaktion. Doch heute ist der einst gefeierte Experte auf ein Krankenhausbett angewiesen und kann sich nicht mehr selbst bewegen.

Am 24. Mai erlitt Suratin in der Provinz Tak einen Genickbruch und eine Durchtrennung der Halsnerven. Seitdem ist er vollständig gelähmt. Das Familienunternehmen für Grundwasserbohrungen steht vor dem Aus – 70 Prozent der Einnahmen sind weg, drei Lastwagen mussten verkauft werden, um die medizinische Versorgung zu finanzieren.

„Wir brauchen dringend ein elektrisches Bett und einen Rollstuhl“, sagt seine Frau Piyamas Pratharnchai. „Ein Krankenwagen kostet jedes Mal Geld, und wir können ihn nicht selbst ins Auto heben – hier leben nur Frauen und Kinder.“

Trotz allem hat Suratin seinen Lebensmut nicht verloren. Nach Monaten des Schweigens spricht er wieder – und denkt an die Männer, mit denen er einst Leben rettete. Dem britischen Höhlenforscher Vernon Unsworth, der derzeit selbst gesundheitlich angeschlagen ist, schickte er eine Genesungsbotschaft. Auch Rick Stanton und John Volanthen, die ihn und seinen Sohn damals aus Kammer 3 der Höhle retteten, möchte er wiedersehen.

„Ohne sie wären wir heute nicht mehr am Leben“, sagt Suratin. „Ich bin ihnen zutiefst dankbar.“

Seine Frau hat beim königlichen Haushalt eine Petition eingereicht, um Suratin unter die Schirmherrschaft des Königs zu stellen – eine letzte Hoffnung auf Unterstützung. Doch die Familie wartet noch immer auf eine Antwort.

„Wir hoffen alle, dass es ihm besser geht“, sagt Piyamas. „Aber wenn nicht – dann wünsche ich mir, dass er in Würde gehen darf.“

Foto: Suratin Chaichomphu, ein Freiwilliger, der 2018 eine entscheidende Rolle bei der Tham Luang-Rettungsmission spielte, liegt bettlägerig in seinem Haus in Chiang Mai, während zwei Familienmitglieder ihn pflegen. Der ehemalige Grundwasserbohrer war nach einem Motorradunfall Anfang des Jahres gelähmt. (Foto: Panumet Tanraksa)

 

STIN // AI

Von stin

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