Nach dem gewaltsamen Tod eines südkoreanischen Studenten in Kambodscha und einer Welle von Berichten über Jobbetrug und illegale Inhaftierungen hat Südkorea eine rasche Rückführung seiner Bürger aus dem südostasiatischen Land angekündigt. Der Nationale Sicherheitsberater Wi Sung-lac forderte bei der ersten Sitzung einer neu eingerichteten Task Force entschlossenes Handeln: „Die sofortige Rückkehr gefährdeter Bürger hat aus humanitären Gründen oberste Priorität“, erklärte Regierungssprecherin Kang Yu-jung am Montag.

Die Task Force, bestehend aus Vertretern des Außen- und Justizministeriums sowie der Nationalen Polizeibehörde, wurde nach dem Fund eines toten südkoreanischen Studenten am 8. August nahe des Bokor-Berges in der Provinz Kampot ins Leben gerufen. Zwei chinesische Verdächtige wurden am Tatort festgenommen. Der Fall hatte landesweit für Entsetzen gesorgt.

Wi kündigte an, dass auch rechtliche Schritte gegen südkoreanische Staatsbürger geprüft würden, die in kriminelle Machenschaften verwickelt sind. Gleichzeitig erwägt die Regierung, Ermittler nach Kambodscha zu entsenden, um die Lage vor Ort zu klären und mit lokalen Behörden zusammenzuarbeiten.

Außenminister Cho Hyun bestätigte vor dem Parlament, dass „außergewöhnliche Maßnahmen“ vorbereitet würden. Man diskutiere derzeit mit kambodschanischen Stellen über die Möglichkeit, südkoreanische Staatsbürger per Flugzeug zurückzuholen.

Die südkoreanischen Botschaften in Kambodscha registrierten allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres 330 Fälle von vermissten Personen und mutmaßlich illegalen Inhaftierungen. Präsident Lee Jae Myung ordnete am Wochenende umfassende diplomatische Schritte an, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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