Die thailändische Regierung setzt ein deutliches Zeichen für digitale Teilhabe und wirtschaftliche Entlastung: Ab dem 15. Oktober 2025 können Bürgerinnen und Bürger das staatliche Zuzahlungssystem nun auch für Fahrten mit Taxis, Kleintransportern und Motorradtaxis nutzen. Damit öffnet das Finanzministerium die Türen für eine neue Ära im öffentlichen Nahverkehr – und für viele Fahrer und Kleinunternehmer eine Chance auf mehr Kundschaft.
Die Voraussetzung für die Teilnahme ist klar: Wer mitmachen will, muss ein Konto bei der staatlichen Krung Thai Bank eröffnen und sich über die Plattform „คนละครีงพลัส.com“, direkt bei der Bank oder in den Bezirksämtern registrieren. Die App „Thung Ngern“ wird dabei zur digitalen Schnittstelle zwischen Fahrgast und Fahrer – und zur Hoffnung auf mehr Umsatz.
Ein Taxifahrer zeigt sich optimistisch: „Ich glaube, das Programm wird mehr Menschen dazu bringen, wieder Taxi zu fahren. Ich habe keine Angst vor einer Einkommensprüfung.“ Auch eine Lebensmittelverkäuferin aus Klong Bang Bua ist überzeugt: „Seit der Regierung Prayuth bin ich dabei – und ich werde wieder mitmachen. Es hilft meinem Geschäft.“
Doch nicht alle sind begeistert. Ein „Win“-Motorradtaxifahrer am Busbahnhof Mor Chit winkt ab: „Das System wird meine Einnahmen nicht erhöhen. Die Fahrgäste können sich ihre Fahrer nicht aussuchen – wir arbeiten nach Warteschlange.“
Die Sorge vor dem Finanzamt scheint unbegründet: Finanzministerin Ekniti Nitithanprapas versichert, dass Transaktionsdaten nicht an die Steuerbehörde weitergegeben werden. Assistenzprofessor Yutthana Srisawat von der iTAX-Plattform bestätigt: „Die Behörden haben andere Wege, Einnahmen zu prüfen – das Zuzahlungssystem ist dafür nicht nötig.“
Mit der Ausweitung auf den Nahverkehr wird „Thung Ngern“ zum Motor für mehr Mobilität und wirtschaftliche Teilhabe – und vielleicht auch zum Wendepunkt für viele kleine Existenzen.
Redaktion STIN // CTN-Media