Nach einer Welle öffentlicher Anfeindungen gegen die ehemalige thailändische Menschenrechtskommissarin Angkhana Neelapaijit haben über ein Dutzend Menschenrechtsorganisationen mit einer gemeinsamen Erklärung reagiert – und schlagen Alarm. Die Aktivistin sieht sich massiven Online-Angriffen und medialer Hetze ausgesetzt, nachdem sie sich kritisch zum Umgang mit dem Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha geäußert hatte.

Auslöser der Empörung war Angkhanas Kritik an nächtlichen Lautsprecheraktionen in der Provinz Sa Kaeo, bei denen Kampfjet-Geräusche und Geisterklänge ausgestrahlt wurden, um kambodschanische Siedler zum Rückzug zu bewegen. Gemeinsam mit dem Aktivisten Sunai Phasuk hatte sie diese Maßnahmen als provokativ und menschenunwürdig bezeichnet – ein Standpunkt, der ihr prompt den Vorwurf der „Unpatriotischen Haltung“ einbrachte.

In der gestern veröffentlichten Erklärung verurteilen die Organisationen die Drohungen, Hassreden und persönlichen Angriffe gegen Angkhana und ihre Familie scharf. Sie sprechen von einer „schwerwiegenden Verletzung der Menschenwürde und demokratischer Prinzipien“ und warnen vor einer gefährlichen Eskalation nationalistischer Rhetorik.

Besonders besorgniserregend sei laut dem Netzwerk, dass Medien und prominente Persönlichkeiten gezielt Stimmung gegen Angkhana machten, während sie die Rolle von Influencern, Militär und Behörden bei der Verschärfung der Grenzlage ausblendeten. „Ein solches Verhalten ist weder konstruktiv noch ethisch und bedroht den Raum für Demokratie“, heißt es in der Erklärung.

Die Unterzeichner fordern ein sofortiges Ende der Einschüchterungskampagnen und appellieren an Öffentlichkeit, Medien und Regierung, die Meinungsfreiheit zu achten und Menschenrechtsverteidiger wie Angkhana zu schützen – damit kritische Stimmen nicht verstummen.

 

STIN // AI

Von stin

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
{title}
WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com