Angesichts der bevorstehenden Reisernte 2025/26 bereitet sich das thailändische Reisministerium auf mögliche Marktverwerfungen vor. Um einem drohenden Preisverfall entgegenzuwirken, hat das Ministerium für Mittwoch ein zentrales Treffen mit Vertretern wichtiger Behörden, landwirtschaftlicher Genossenschaften und Reismühlen angesetzt. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung der Reispreise zu entwickeln.
Der stellvertretende Premierminister und Landwirtschaftsminister Thamanat Prompow betonte die Dringlichkeit des Austauschs: „Wir wollen gemeinsam mit allen relevanten Akteuren Lösungen finden, um die Preise für Reis während der Erntesaison stabil zu halten.“ Eingeladen sind unter anderem Vertreter der Thai Rice Mills Association, der Northeastern Rice Mills Association sowie große Reismühlen und Provinzgenossenschaften aus dem ganzen Land.
Laut Anon Nonsee, Generaldirektor der Reisbehörde, wird die Haupternte in Thailand voraussichtlich im Oktober oder November beginnen. Aufgrund günstiger Wetterbedingungen und geringer Schäden durch Naturkatastrophen wird mit hohen Erträgen gerechnet. Dies könnte jedoch zu einem Überangebot auf dem Markt führen – mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Preise.
Um dem entgegenzuwirken, setzt die Behörde auf zwei zentrale Strategien:
- Ausbau der Reisankaufstellen: Die Zahl der Anlaufstellen für den Reiskauf soll erhöht werden. Eine enge Koordination mit Reismühlen in verschiedenen Provinzen soll den Wettbewerb fördern und die Marktaufnahme verbessern.
- Finanzielle Entlastung für Landwirte: In Kooperation mit der Abteilung für Genossenschaftsförderung und der Bank für Landwirtschaft und landwirtschaftliche Genossenschaften (BAAC) sollen Kredite bereitgestellt werden. Diese ermöglichen es den Bauern, ihre Ernte in Silos zwischenzulagern und zu einem späteren, günstigeren Zeitpunkt zu verkaufen.
Zudem wird über eine mögliche Anhebung der Kreditlimits beraten, um den Landwirten mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen. Auch die Bereitstellung von Trocknungsmaschinen zur Reduzierung des Feuchtigkeitsgehalts des Reises steht auf der Agenda.
Ein weiterer Baustein der Strategie ist der geplante Ankauf von rund vier Millionen Tonnen Reis durch 428 Genossenschaften im ganzen Land. Dies soll die Marktpreise zusätzlich stützen.
Langfristig setzt die Reisbehörde auf nachhaltige Maßnahmen: So sollen die Bauern nach der Ernte Schulungen zur Verbesserung der Bodenqualität erhalten. Zudem ist geplant, hochwertiges Saatgut und Mikroorganismen zur Zersetzung von Ernterückständen bereitzustellen, um die Felder schneller für die nächste Saison vorzubereiten.
Mit diesem umfassenden Maßnahmenpaket will Thailand nicht nur kurzfristige Preisschwankungen abfedern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit seiner Reisbauern langfristig sichern.
STIN // AI