Die thailändische Einwanderungsbehörde hat klargestellt, dass das belarussische Model Vera Krautsova Thailand am 20. September 2025 freiwillig verlassen hat – ohne Anzeichen von Zwang oder Entführung. Die 26-Jährige, deren gewaltsamer Tod in Myanmar weltweit für Entsetzen sorgte, passierte laut biometrischer Daten und Videoaufnahmen den Flughafen Suvarnabhumi unbehelligt und bestieg einen Flug nach Yangon.
Diese offizielle Stellungnahme widerspricht dramatisch den Berichten der britischen „Daily Mail“, die behauptet hatte, Krautsova sei unter falschen Versprechungen nach Thailand gelockt und anschließend über die Grenze nach Myanmar verschleppt worden. Dort sei sie angeblich in einem kriminellen Zentrum zur Durchführung von Online-Betrügereien gezwungen und später wegen ihrer Organe getötet worden.
Laut dem Bericht sei Vera zunächst für ein Modelcasting nach Bangkok gereist, habe jedoch ihre Dokumente verloren und sei in ein Netzwerk von Liebesbetrügern geraten. Die angeblichen Täter hätten sie misshandelt, verkauft und schließlich ermordet. Ihre Familie wurde demnach mit einer Lösegeldforderung von 500.000 US-Dollar konfrontiert – für die Rückgabe ihrer sterblichen Überreste, die später verbrannt worden sein sollen.
Polizeimajor Cherngron Rimphadee, Sprecher der thailändischen Einwanderungsbehörde, betonte am 21. Oktober, dass die Ausreise Krautsovas dokumentiert und unauffällig verlaufen sei. „Was nach ihrer Ankunft in Myanmar geschah, liegt außerhalb unserer Zuständigkeit“, erklärte er. Die entsprechenden Daten wurden bereits dem belarussischen Konsulat übermittelt.
Um ähnliche Fälle künftig zu verhindern, hat die Königlich Thailändische Polizei unter Leitung von General Kitrat Phanphet verschärfte Kontrollmaßnahmen eingeführt. Dazu zählen Risikoanalysen an Flughäfen, die Erfassung von Aufenthaltsorten im TDAC-System sowie die Zusammenarbeit mit Grenzbeamten – insbesondere in der Provinz Tak, einem bekannten Umschlagplatz für Menschenschmuggel.
Seit Jahresbeginn wurden über 34.000 Personen, die unter dem Deckmantel eines Touristenvisums einreisten und als potenziell gefährdet galten, an der Einreise gehindert. Die thailändischen Behörden wollen damit ein deutliches Zeichen gegen Menschenhandel und grenzüberschreitende Ausbeutung setzen.
STIN // AI