In einem brisanten Schritt gegen internationale Finanzkriminalität haben südkoreanische Banken in Kambodscha rund 2 Milliarden Baht eingefroren, die mit der umstrittenen Prince Group in Verbindung stehen. Die Maßnahme erfolgt zeitgleich mit der Vorbereitung neuer Sanktionen durch die südkoreanische Regierung – ein Zeichen für das wachsende globale Vorgehen gegen transnationale Verbrechernetzwerke.
Wie die Korea Times am Montag unter Berufung auf den Abgeordneten Kang Min-guk von der oppositionellen People Power Party berichtete, wurden insgesamt 91 Milliarden Won (etwa 2 Milliarden Baht) auf Einlagenkonten südkoreanischer Bankfilialen in Kambodscha entdeckt. Die Gelder sollen zur Prince Group gehören, die im Verdacht steht, ein weltweites Online-Betrugsnetzwerk zu betreiben.
Laut Daten der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde (FSS) wickelte die Gruppe über fünf südkoreanische Banken in Kambodscha insgesamt 52 Transaktionen im Wert von 197 Milliarden Won (rund 4,53 Milliarden Baht) ab. Die größten Einlagen befanden sich bei der KB Bank (56 Milliarden Won), gefolgt von der Jeonbuk Bank (27 Milliarden Won) und der Woori Bank (7 Milliarden Won).
Am 16. Oktober bestätigte die Korean Bankers Association, dass die betroffenen Institute – darunter die KB Bank – die Konten der Prince Group eingefroren haben. Der Schritt markiert eine Eskalation im internationalen Kampf gegen organisierte Finanzkriminalität.
Die Prince Group steht seit Jahren unter Beobachtung. Internationale Organisationen werfen dem Konzern Beteiligung an schweren Menschenrechtsverletzungen vor – darunter Entführungen, Folter und Mord. Die USA und Großbritannien haben bereits Sanktionen verhängt. Nun zieht Südkorea nach.
Lee Eok-won, Vorsitzender der südkoreanischen Finanzaufsicht FSC, erklärte, man arbeite „dringend mit den zuständigen Behörden“ zusammen, um eigene Sanktionen gegen die Gruppe zu verhängen. Im Zentrum der Ermittlungen steht auch Chen Zhi, der Vorsitzende der Prince Group, gegen den die US-Bundesanwaltschaft Anklage wegen Betrugs und Geldwäsche erhoben hat.
Die eingefrorenen Milliarden könnten dabei nur die Spitze eines globalen Netzwerks sein – und Südkorea scheint entschlossen, Licht ins Dunkel zu bringen.
STIN // AI