Bangkok – Die thailändische Regierung gerät unter Druck: Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul hat den stellvertretenden Finanzminister Vorapak Tanyawong am Dienstag angewiesen, eine formelle schriftliche Stellungnahme zu Vorwürfen abzugeben, die ihn mit betrügerischen Online-Links in Verbindung bringen. Ursprünglich wollte Vorapak die Vorwürfe über soziale Medien und eine Pressekonferenz adressieren – nun verlangt Anutin eine offizielle Erklärung.

Gleichzeitig kündigte der Premierminister eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen Cyberkriminalität an. Nach einem Treffen mit dem US-Botschafter in Bangkok sollen amerikanische Experten nach dem bevorstehenden APEC-Gipfel nach Thailand reisen, um gemeinsam gegen grenzüberschreitenden Online-Betrug vorzugehen. „Cyberbetrug ist eine nationale Priorität“, erklärte Anutin vor dem Kabinett.

Berichte, wonach Vorapak zum Vorsitzenden eines neuen Ausschusses zur Aufdeckung illegaler Finanznetzwerke ernannt worden sei, wies Anutin entschieden zurück. Er stellte klar, dass er selbst dem Nationalen Ausschuss zur Bekämpfung technologischer Verbrechen vorstehe und die Ermittlungen in den Zuständigkeitsbereich des Justizministeriums fallen.

Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen auf die Regierungsstabilität sagte Anutin: „Sollte sich jemand als schuldig erweisen, werden wir unverzüglich handeln.“ Auch der Entzug der Staatsbürgerschaft für in Betrugsoperationen verwickelte Personen sei Gegenstand laufender Ermittlungen. Ergebnisse würden bald veröffentlicht.

Bezüglich der international beobachteten Prince Holding Group betonte Anutin: „Wir untersuchen jeden.“ Damit unterstreicht die Regierung ihren Anspruch, auch bei heiklen Fällen keine Ausnahmen zu machen.

 

STIN // AI

Von stin

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