Ein mutmaßlicher Milliardenbetrüger aus Kambodscha steht im Zentrum eines brisanten Skandals um gefälschte Geburtsurkunden und thailändische Staatsbürgerschaften. Das Department of Special Investigation (DSI) ermittelt gegen Kok An, den berüchtigten „Paten von Poipet“, der von der thailändischen Polizei wegen transnationaler Betrugsoperationen gesucht wird.
Ein DSI-Team reiste in den Bezirk Pone Thong in der Provinz Roi-et, um die Herkunft dreier Kinder zu überprüfen, deren Geburtsurkunden auf den thailändischen Staatsbürger Boonliang Klongkitkol als Vater verweisen. Die Kinder – Kittisak, Pu Cher-lin und Churee – sollen laut Dokumenten zwischen 1977 und 1983 geboren worden sein. Doch die Anmeldung der Geburten erfolgte erst 1990, durch Boonliang und seine Frau Ampai, eine Einwohnerin von Art Samart.
Die Ermittlungen werfen nun schwere Zweifel auf die Echtheit der Dokumente. Eine DSI-Quelle berichtet, dass Kok An insgesamt sieben Kinder habe – alle mit thailändischen Geburtsurkunden, ausgestellt von einem inzwischen verstorbenen stellvertretenden Bezirksbeamten. Sämtliche ergänzenden Unterlagen seien auf mysteriöse Weise verschwunden. Selbst die Geburtsurkunden gelten als potenzielle Fälschungen.
Im Juli durchsuchten Beamte des Cybercrime Investigation Bureau eine Luxusresidenz von Kok An in Samut Prakan. Das Strafgericht hatte zuvor Haftbefehle gegen ihn und drei seiner Kinder erlassen – wegen des Verdachts, ein Netzwerk für Online-Betrug von der Grenzstadt Poipet aus betrieben zu haben. Die thailändischen Behörden beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von rund 1,1 Milliarden Baht.
Kok An, Eigentümer des Crown Casino Resorts in Poipet, gilt als Schlüsselfigur im asiatischen Cybercrime-Milieu. Seine Nähe zum kambodschanischen Machthaber Hun Sen und sein Amt als Senator werfen zusätzliche politische Schatten auf den Fall. Die Ermittlungen könnten weitreichende Konsequenzen für thailändische Verwaltungsstrukturen und internationale Beziehungen haben.
STIN // AI