Mit einer Serie gezielter Explosionen haben myanmarische Regierungstruppen und abtrünnige Karen-Kräfte am Sonntagabend das berüchtigte Betrugszentrum „KK Park“ in Myawaddy erschüttert. Sicherheitsquellen der thailändischen Dritten Armeeregion berichten von einem koordinierten Angriff mit Sprengstoff und Drohnen – bereits der vierte seit Freitag.
Die Detonationen ereigneten sich nur 500 Meter von der thailändischen Grenze entfernt, blieben jedoch ohne direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung im Unterbezirk Mae Ku in Mae Sot, Provinz Tak. Dort beobachten Dorfbewohner die Eskalation jenseits des Grenzflusses mit wachsender Sorge.
Seit dem Sturm auf den KK Park durch Regierungstruppen und die Karen Border Guard Force am Freitag sind 1.525 ausländische Arbeitskräfte aus den illegalen Callcentern geflohen – darunter 482 Inder, 193 Chinesen, 220 Philippiner, 135 Vietnamesen, 133 Äthiopier und 102 Kenianer. Die meisten von ihnen sind junge Männer, angelockt durch falsche Jobversprechen und später zur Mitarbeit in kriminellen Netzwerken gezwungen.
Alle Geflüchteten wurden in thailändischen Haftzentren untergebracht, wo Behörden nun prüfen, wer freiwillig Teil der Betrugsmaschinerie war und wer Opfer moderner Zwangsarbeit wurde.
Generalleutnant Worathep Boonya rechnet mit weiteren Flüchtlingswellen, sollte Myanmars Militär seine Offensive auf andere Betrugszentren ausweiten. Die jüngsten Angriffe – laut Quellen mit Sprengstoff bestückte Drohnen und Bodentruppen – markieren eine neue Eskalationsstufe im Kampf gegen grenzüberschreitende Cyberkriminalität.