Bangkok – Es war ein stiller, aber symbolträchtiger Besuch: Paetongtarn Shinawatra, Tochter des inhaftierten Ex-Premiers Thaksin Shinawatra, überbrachte am Montag eine Botschaft, die tiefer ging als politische Schlagzeilen – eine persönliche Geste des Bedauerns. Ihr Vater, so sagte sie nach dem Treffen im Zentralgefängnis Klong Prem, sei „zutiefst traurig“, dass er Ihrer Majestät Königin Sirikit, der Königinmutter, nicht die letzte Ehre erweisen könne.
Thaksin, der während der Regentschaft von König Rama IX. viele Jahre als Premierminister diente, habe die Königinmutter stets für ihre Güte geschätzt. Nun, aus der Haft heraus, bat er seine Tochter, seine anhaltende Dankbarkeit öffentlich zu machen – ein letzter Gruß, der ihm persönlich verwehrt bleibt.
Paetongtarn, selbst einst Regierungschefin, traf ihren Vater gemeinsam mit Ehemann Pitaka Suksawat. Es war bereits der elfte Familienbesuch seit Thaksins Verurteilung zu einer einjährigen Haftstrafe durch den Obersten Gerichtshof. Vor dem Gefängnis wurde sie von Anhängern der Rothemden aus Chiang Mai empfangen, die ihre Solidarität mit der Familie bekundeten.
Ein unerwarteter Zwischenfall sorgte kurzzeitig für Aufsehen: Ein älterer Mann mit Behindertenausweis sprach Paetongtarn an und erinnerte sie an einen Unterstützungsantrag, den er während ihrer Amtszeit gestellt habe. Sie versprach, sich der Sache anzunehmen.
Nach dem halbstündigen Besuch, bei dem sie Thaksin als gesundheitlich stabil, aber angespannt erlebte, verließen Paetongtarn und ihr Ehemann das Gefängnisgelände. Zurück blieb ein Vater, dessen letzter Gruß an eine Königin nur durch die Stimme seiner Tochter die Mauern der Haft überwand.